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Coronavirus-Epidemie

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2019-nCoV
Die Coronavirus-Epidemie breitet sich exponentiell weiter aus – trotz Quarantänemaßnahmen. © nopparit, ckybes/ iStock

Das Coronavirus  SARS-CoV-2 breitet sich weiterhin aus. Die Zahl der an Covid-19 Erkrankten hat sich inzwischen auf über 76.000 Fälle erhöht, mehr als 2.230 Patienten sind gestorben. Auch in anderen Ländern sind mehr als 1.000 Menschen erkrankt. Außerhalb Chinas am stärksten betroffen ist bisher Südkorea mit 156 Fällen.

In Deutschland sind 16 Patienten mit dem Coronavirus diagnostiziert. 14 dieser Fälle stehen in direktem Zusammenhang mit dem ersten deutschen Patienten, der sich bei einer Schulung mit einer infizierten Chinesin angesteckt hatte. Zwei weitere mit dem Virus Infizierte waren unter den per Flugzeug aus Wuhan evakuierten Deutschen.

Für 122 aus China zurückgeholte deutsche Staatsbürger endete am Sonntag die zweiwöchige Quarantänezeit, die sie in einer Kaserne in Rheinland-Pfalz verbringen mussten. Die Ergebnisse der Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 seien negativ, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Um die weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, hat die chinesische Regierung 17 Millionenstädte weitgehend abgeriegelt. In der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gilt ein umfassendes Fahrverbot. Demnach sind Privatfahrten ab sofort untersagt. Im chinesischen Wuhan, dem Herd der Epidemie, sind die Krankenhäuser überfüllt, es wurden Notkrankenhäuser errichtet. Mehrere Großveranstaltungen und internationale Sportwettbewerbe wurden abgesagt. Epidemiologen schätzen jedoch, dass die Fallzahlen trotz solcher Quarantänemaßnahmen auf mehr als 100.000 Patienten steigen könnten.

Auf der Suche nach einem Gegenmittel laufen in China zurzeit erste Tests mit einem antiviralen Medikament, das sich schon bei SARS und Mers-CoV als wirksam erwies. In Zellkulturen zeigte es auch einen Effekt auf SARS-CoV-2, daher wird es nun bei gut 760 erkrankten Patienten getestet.

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Genanalysen zufolge hat sich das neuartige Coronavirus durch Rekombination zweier Virenstämme gebildet. Als ursprüngliche Quelle des Virus identifizierten chinesische Forscher Fledermäuse. Ob das Virus von diesen über zwei Schlangenarten oder doch andere Tiere wie Pangolins auf den Menschen überging, ist zurzeit noch strittig. Durch die Rekombination wurde zudem ein Oberflächenprotein des Virus so verändert, dass es nun auch in menschliche Zellen eindringen kann. Dies ermöglichte ihm den Sprung über die Artbarriere und auch die Übertragung von Mensch zu Mensch.

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