Höchstes Risiko für Infektionen mit SARS-CoV-2 in Ägypten, Algerien und Südafrika Coronavirus: Diese Länder in Afrika sind besonders gefährdet - scinexx | Das Wissensmagazin
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Coronavirus: Diese Länder in Afrika sind besonders gefährdet

Höchstes Risiko für Infektionen mit SARS-CoV-2 in Ägypten, Algerien und Südafrika

SARS-CoV-2
Wie anfällig sind die afrikanischen Länder gegenüber dem Coronavius SARS-CoV-2? © NIAID-RML

Anfällig für eine Epidemie: Nach dem ersten Coronavirus-Fall in Ägypten haben Mediziner untersucht, welche afrikanischen Länder von der Epidemie besonders gefährdet sind. Demnach ist das Risiko für eine Einschleppung des Virus in Ägypten, Algerien und Südafrika besonders hoch. Ebenfalls stark gefährdet und deutlich schlechter gewappnet sind allerdings Länder wie Nigeria, Äthiopien oder der Sudan, wie die Forscher im Fachmagazin „BMJ“ berichten.

Seitdem das Coronavirus SARS-CoV-2 im Dezember in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetaucht ist, hat es sich inzwischen auf fast alle Kontinente ausgebreitet. Noch gibt es in Europa, Nordamerika und Afrika zwar nur vereinzelte Fälle. Doch inwieweit Reisebeschränkungen, Einreisekontrollen und andere Versuche der Epidemie-Eindämmung eine weitere Ausbreitung verhindern können, ist strittig.

Flugverkehr und Infrastruktur

Wie gefährdet Afrika durch das neue Coronavirus ist, hat nun ein Team um Marius Gilbert von der Freien Universität Brüssel näher untersucht. „China ist der führende Geschäftspartner Afrikas, daher gibt es zwischen ihnen einen starken Reiseverkehr, durch den das neue Coronavirus diesen Kontinent erreichen kann“, erklären die Forscher. Ein erster Coronavirus-Fall wurde bereits am 14. Februar 2020 aus Ägypten gemeldet.

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler zunächst den Flugverkehr zwischen verschiedenen chinesischen Provinzen und den Ländern Afrikas ausgewertet. Dabei berücksichtigen sie die Zahl der Covid-19-Fälle in den jeweiligen Regionen Chinas, um die Wahrscheinlichkeit eines Einschleppens einzuschätzen. Zusätzlich ermittelten sie, wie gut die verschiedenen afrikanischen Länder auf eine Epidemie vorbereitet sind, beispielsweise in Bezug auf die Detektion und die Behandlung infizierter Patienten.

Höchstes Einschleppungsrisiko für Ägypten, Algerien und Südafrika

Das Ergebnis: Am stärksten durch eine Einschleppung gefährdet sind Ägypten, Algerien und Südafrika – dort landen besonders viele Flugreisende aus betroffenen Gebieten in China. „Kairo wurde von der WHO als der afrikanische Flughafen mit dem höchsten Passagieraufkommen aus den Infektionsgebieten identifiziert“, berichten die Forscher. Diese Länder haben allerdings teilweise relativ gute Fähigkeiten, auf einen Ausbruch zu reagieren.

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„Viele afrikanische Länder haben sich schon jetzt auf eine Einschleppung von Covid-19-Fällen vorbereitet“, erklärt Koautorin Vittoria Colizza von der Sorbonne-Universität. „Zu den Maßnahmen gehört eine Überwachung an Flughäfen unter anderem durch Temperaturscans, Empfehlungen für Chinareisende und verbesserte Informationen für den Gesundheitsbereich und die Öffentlichkeit.“

Viele Länder sind schlecht vorbereitet

Doch das ist nicht überall der Fall: Ein ähnlich hohes Risiko der Einschleppung, aber weniger gute medizinische Infrastrukturen haben dagegen Äthiopien und Nigeria, wie Gilbert und sein Team berichten. Auch in weniger gefährdeten Ländern wie Kenia, Tansania oder Ghana ist man ihrer Einschätzung nach schlecht vorbereitet. „Zwar haben mehr als drei Viertel der afrikanischen Länder einen Notfallplan für eine Influenza-Pandemie, die meisten davon sind aber überholt und einer globalen Pandemie nicht gewachsen“, so Colizza.

In einigen Ländern könnte schon der rechtzeitige Nachweis einer Infektion scheitern, weil es im gesamten Land keine oder nur wenige geeignete Labore gibt, wie die Forscher erklären. Auch an Krankenhausbetten und Isolierstationen fehlt es vielerorts noch. „Ressourcen, Überwachung und medizinische Kapazitäten sollte daher in den Ländern mit Priorität aufgestockt werden, die ein mittleres Risiko der Einschleppung haben aber bisher schlecht vorbereitet sind“, so Gilbert und sein Team. (The Lancet, 2020; doi: 10.1016/S0140-6736(20)30411-6)

Quelle: The Lancet

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