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Eine Raumstation nach dem Baukastenprinzip

Die Module der ISS im Einzelnen

Die Internationale Raumstation wird – Modul um Modul – im Weltraum zusammengebaut.

Sarja (FGB)

Sarja © NASA

Das am 20. November 1998 ins All gebrachte Kontrollmodul Sarja ist gleichzeitig das erste Bauteil der ISS in der Umlaufbahn. Es soll in der ersten Phase der ISS dazu dienen, die Station mit Antriebsdüsen und Energie zu versorgen. Das in Russland für die USA gebaute Modul ist nach dem russischen Ausdruck „Morgenröte“ benannt. Sarja versorgt das seit Dezember 1998 an ihm sitzende passive Verbindungsmodul Unity mit Strom, Kommunikation und Steuerung. Dazu ist es mit zwei Sonnensegeln und 16 Treibstofftanks ausgerüstet. Mithilfe von 24 großen und 12 kleinen Steuerungsdüsen kann Sarja die Bahn der Station korrigieren und größere Steuermanöver durchführen. Im Juli 2000 wird dann das russische Service-Modul Swesda diese Funktionen übernehmen. Später soll Sarja dann nur noch als Stauraum und Treibstofflager verwendet werden.

Daten:

Länge: 12 Meter

Durchmesser: 4 Meter

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Energie: 3 KW mithilfe zweier Sonnensegel von jeweils 36 Metern Länge und 3 Metern Breite und sechs Batterien Treibstoff: mehr als sechs Tonnen in 16 Treibstofftanks Unity (Knoten 1)

Das Unity-Modul

Das Unity-Modul ist das erste größere amerikanische Bauteil der ISS. Mit seinen sechs Schleusen und Andockstellen dient es primär als Durchgangs-und Verbindungsmodul zu den Arbeits- und Wohnbereichen der Station. Es enthält mehr als 50.000 mechanische Bauteile, 216 Rohrleitungen für Gase und Flüssigkeiten und knapp zehn Kilometer Kabel. Es wurde im Dezember 1998 mithilfe eines Roboterarms und drei Weltraumeinsätzen der Crew der Raumfähre Endeavor mit dem russischen Grundmodul Sarya verbunden.

Daten:

Länge 5,5 Meter

Durchmesser: 4,5 Meter

Kapazität:

sechs Andockstellen

vier „Racks“ für Ausrüstung

Swesda

Service-Modul Swesda © NASA

Das russische Service-Modul Swesda ist das Herzstück der frühen Phase der ISS. Basierend auf dem Design des Mir-Kernmoduls bietet es sowohl Lebenserhaltungs-, Kommunikations- und elektronische Systeme, als auch Wohnquartiere für die erste Besatzung der ISS. Es besteht aus drei Sektionen, dem zylindrischen Wohn- und Arbeitsbereich in der Mitte und zwei kleinen Transferkammern an beiden Enden. An zweien seiner vier Andockstellen sollen später weitere russische Module angekoppelt werden, zwei weitere stehen für die unbemannten Versorgungsrakenten Progress und die bemannten Soyuz-Raketen zur Verfügung.

Daten:

Länge: 13 Meter

Gewicht beim Start: knapp 20 Tonnen

Spannweite: 29 Meter

Fenster: 14

US Labor-Modul

Das Labor-Modul ist eines der zentralen Bauteile der ISS. Hier wird ein Großteil der geplanten wissenschaftlichen Experimente zur Schwerelosigkeit stattfinden. Das Aluminiummodul besteht aus drei zylindrischen Bereichen an die sich zu beiden Seiten je ein konisches Endstück mit Andockschleusen ansschließt. Im Inneren des Labormoduls ist Platz für technische und wissenschaftliche Nutzlasten. 24 sogenannte „Racks“ bieten Raum für Nutzlasten aller Art. Ein Teil von ihnen ist speziell für die Aufnahme von wissenschaftlichen Experimenten eingerichtet. Das Labor verfügt ausserdem über ein eigenes Klima- und Lebenserhaltungssystem, so dass gezielt bestimmte Umwelt- bzw. Laborbedingungen eingestellt werden können.

Daten:

Länge 8,5 Meter

Durchmesser: 4,3 Meter

Kapazität: 24 Racks

Eigene Lebenserhaltungssysteme

Geplanter Start: 18. Januar 2001

Erste Experimente: Anfang 2002

Knoten 2

Das zweite Verbindungsmodul verbindet den Kern der Station mit weiteren Labormodulen. Dazu trägt es vier radiale und zwei axiale Andockstellen. An dreien der radialen Schleusen werden das europäische Labormodul Columbus, das Zentrifugenmodul und das japanische Experimentmodul sitzen, am vierten Port kann während der Shuttle-Missionen ein Logistik-Modul angekoppelt werden.

Japanese Experiment Module (JEM)

Im japanischen Labormodul Kibo – Hoffnung – werden vor allem Experimente aus den Bereichen Materialforschung und Biowissenschaften stattfinden. Besonderes Highlight des Moduls: eine Außenplattform, die zehn Stellplätze für Experimente mit direktem Kontakt zur Weltraum“umwelt“ bietet. Ein kleiner Roboterarm erleichtert die Arbeit auf der Plattform.

Columbus Orbital Facility (COF)

Columbus-Modul © NASA

Das Columbus-Modul der ESA wird das erste rein europäische Weltraumlabor in der Erdumlaufbahn sein. Es ist als Vielzweck-Labormodul ausgelegt und kann daher für Experimente fast aller wissenschaftlichen Disziplinen genutzt werden.

Leonardo – Multipurpose Logistics Module

Das von der italienischen Raumfahrtbehörde ASI gebaute Logostikmodul Leonardo ist einer von drei belüfteten „Umzugswagen“ der Station. Mit ihnen können Experimente, Labor-„Racks“ und Ausrüstung relativ leicht vom Spaceshuttle zur Station transportiert werden.

Der Behälter wird auf der Erde gefüllt, in der Ladebucht des Shuttles zur ISS gebracht und dort an die Andockstelle montiert. Da er belüftete ist, können die Bewohner der Station das Logistkmodul ohne Raumanzüge ausräumen, ihrerseits Material für die Erde hineinfüllen und das Modul wieder ins Shuttle schicken.

US Habitation-Module

Im amerikanischen Wohnmodul werden sechs Astronauten Platz haben. Neben kleinen Schlafkabinen beinhaltet es einen Hygienebereich mit Dusche und einen Küchenbereich mit Herd, Kühlschrank und Essplatz. Die Dusche besteht aus einem Schlauch für Frischwasser und – da benutztes Wasser in der Schwerelosikgkeit nicht von alleine abfließt – einem Absaugschlauch, mit dem Wasserreste vom Körper und den Wänden aufgesaugt werden.

Mobile Servicing System (MSS)

Der in Kanada gebaute Roboterarm soll bei der Montage und Wartung der Station eine Schlüsselrolle spielen. Der ferngesteuerte Kranarm kann dank seiner 17 Meter Länge und der sieben beweglichen Gelenke selbst große Nutzlasten bewegen und sogar dem Shuttle beim Andocken helfen. Wegen seiner Größe wird das MSS in Einzelteilen zur ISS transportiert: Im April 2001 erst der Arm, im Oktober des gleichen Jahres dann die bewegliches Basis.

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Stand: 27.03.2001

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Inhalt des Dossiers

Internationale Raumstation - die Anfänge
Baustelle in der Umlaufbahn

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