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Mittwoch, 29.03.2017
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Nüsse können vor Darmkrebs schützen

Doppelte Schutzwirkung auf zellulärer Ebene

Gesunder Snack: Walnuss, Macadamia und Co wirken offenbar schützend gegen Darmkrebs. Die Nussinhaltsstoffe kurbeln natürliche Schutzprogramme der Darmzellen an, wie ein Experiment belegt. Gleichzeitig aktivieren die Nüsse das Selbstmord-Programm von entarteten Zellen und verhindern so, dass Darmkrebs weiter wächst, wie die Forscher herausfanden. Ob diese Wirkung auch bei gerösteten Nüssen existiert, muss allerdings noch geprüft werden.
Walnüsse sind nicht nur insgesamt gesund, sie können auch das Wachstum von Krebszellen im Darm reduzieren

Walnüsse sind nicht nur insgesamt gesund, sie können auch das Wachstum von Krebszellen im Darm reduzieren

Ob Walnuss, Haselnuss, Mandel oder Macadamia: Nüsse gelten als gesund. Denn sie enthalten viel Vitamin B, wertvolle Proteine und gesunde Fettsäuren, darunter auch die auf Gehirn und das Herz-Kreislaufsystem positiv wirkenden Omega-3-Fettsäuren. "Bereits seit längerem wissen wir, dass Nüsse voller Inhaltsstoffe stecken, die gut sind für das Herz-, Kreislaufsystem, die vor Übergewicht schützen oder Diabetes", erklärt Wiebke Schlörmann von der Universität Jena.

Studien deuten zudem darauf hin, dass Nüsse sogar vor Darmkrebs schützen können. "Was wir bislang noch nicht im Detail wussten, ist, worauf diese protektive Wirkung von Nüssen beruht", so Schlörmann.

Nussverdauung im Reagenzglas


Um das zu klären, haben sie und ihre Kollegen fünf Nussorten näher untersucht. Für ihre Studie ließen sie Macadamia-, Hasel- und Walnuss sowie Mandeln und Pistazien im Reagenzglas zunächst "verdauen". Auf diese Weise versetzen die Forscher die Nüsse in den Zustand, in dem sie auch im menschlichen Darm ankommen. Die so entstandenen Verdauungsprodukte untersuchten sie anschließend auf ihre Wirksamkeit an Darmkrebs-Zelllinien.


Dabei zeigte sich: Der Kontakt mit den halbverdauten Nüssen führte dazu, dass in den behandelten Zellen die Aktivität der Schutzenzyme Katalase und Superoxiddismutase anstieg. Zudem wurde durch die Verdauungsprodukte in den behandelten Krebszellen der sogenannte programmierte Zelltod induziert und die Genexpression veränderte sich. "Diese Wirkung haben wir bei allen untersuchten Nusssorten nachweisen können", berichtet Seniorautor Michael Glei von der Universität Jena.

Radikalschutz und Selbstmord-Programm


Diese Ergebnisse bestätigen, dass Nüsse tatsächlich eine Schutzwirkung gegen Darmkrebs entfalten – indem sie auf zellulärer Ebene wirken. Sie aktivieren in den Zellen Prozesse, die der natürlichen Entgiftung der Zellen dienen und die zudem aggressive Sauerstoff-Radikale unschädlich machen, wie die Forscher erklären. Freie Radikale können beispielsweise durch UV-Strahlung oder Chemikalien entstehen und durch Zellschäden zur Krebsentstehung führen.

Durch Nüsse und ihre Inhaltsstoffe werden die natürlichen Schutzprozesse gegen diese aggressiven Moleküle angekurbelt. Ist eine Zelle jedoch bereits entartet, regen die Inhaltsstoffe der Nüsse das Selbstmord-Programm dieser Zellen an. Das führt dazu, dass Krebszellen absterben und nicht weiter wachsen.

Ob diese Schutzwirkung auch dann bestehen bleibt, wenn Nüsse geröstet wurden, wollen die Forscher nun als nächstes testen. (Molecular Carcinogenesis, 2017; doi: 10.1002/mc.22606)
(Friedrich-Schiller-Universität Jena, 07.02.2017 - NPO)
 
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