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Den Grundlagen von Essstörungen auf der Spur

Patientinnen im Langzeittest

Worauf beruht das verfälschte Selbstbild bei Essgestörten? Was ist der neuropsychologische Hintergrund? Was verändert die Therapie? Diese Grundlagen haben Silja Vocks und der Neuropsychologe Dr. Boris Suchan von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) nun in einer weiteren Studie ergründet.

28 Patientinnen untersucht

Sie untersuchten Patientinnen – Männer fanden sich nicht in ausreichender Zahl – mit verschiedenen Essstörungen – 13 Magersüchtige, 15 Bulimikerinnen und 27 gesunde Kontrollpersonen – im Kernspintomografen, den ihnen das auf dem RUB-Campus gelegene Grönemeyer-Institut inklusive der Unterstützung des Physikers Dr. Martin Busch zur Verfügung stellte.

Sämtliche Patientinnen wurden zweimal untersucht: einmal zu Beginn der Studie und einmal nach circa zehn Wochen. Sie wurden nach der ersten Untersuchung zufällig in zwei Gruppen eingeteilt, die dann annähernd gleich viele Patientinnen mit den jeweiligen Diagnosen umfassten. Die eine Gruppe erhielt sofort die zehnwöchige Gruppentherapie zur Verbesserung des Körperbildes, die andere musste noch warten. Für sie begann die Körperbildtherapie erst nach der zweiten Untersuchung. „So wollten wir im Vergleich herausfinden, was sich durch die Therapie verändert“, erklärt Silja Vocks.

Im Kernspintomografen wurden den Probandinnen standardisierte Fotoserien mit je 16 Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven von ihnen selbst und von einer fremden Kontrollperson gezeigt - hier von einer Puppe nachgestellt. Die Köpfe wurden aus den Fotos entfernt, um überschneidende Hirnreaktionen zu vermeiden. © Damian Gorczanys

Während der Untersuchung im Kernspintomografen wurden den Patientinnen verschiedene Bilder gezeigt. Zum einen betrachteten sie Darstellungen von menschlichen Körpern im Wechsel mit Bildern von Gegenständen. So konnten die Forscher gezielt die Hirnregionen identifizieren, die bei der Verarbeitung von Körperbildern besonders aktiv sind. Zum anderen wurden die Probandinnen mit Fotoserien konfrontiert, die ihren eigenen und einen fremden Frauenkörper aus verschiedenen Standardperspektiven zeigten.

Das Gehirn gibt noch immer Rätsel auf © SXC

Identische Bikinis, gleiche Perspektiven

Die Serien von jeweils 16 Fotos wurden bei Beginn der Studie aufgenommen. Alle Probandinnen trugen dabei den gleichen Bikini und wurden anhand von Markierungen auf dem Boden aus identischen 16 Perspektiven fotografiert. Die Köpfe wurden auf den Bildern für die Untersuchung entfernt.

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„Die Betrachtung von Gesichtern wird im Gehirn von einer Region verarbeitet, die sich teils mit der für die Körperbetrachtung zuständigen überschneidet“, erläutert Boris Suchan. „Daher haben wir die Köpfe entfernt, um Irritationen zu vermeiden.“ Vor Erscheinen der Bilderserien wurde jeweils eingeblendet, ob darauf der eigene oder ein fremder Körper zu sehen war.

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Meike Drießen / RUBIN/Ruhr-Universität Bochum
Stand: 04.09.2009

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Der eigene Körper im Zerrspiegel
Neuropsychologische Grundlagen von Essstörungen

Sich dick fühlen ohne Grund
Gestörtes Körperbild

Den Grundlagen von Essstörungen auf der Spur
Patientinnen im Langzeittest

Die graue Substanz ist der Schlüssel
Neue Erkenntnisse über die Extrastriate Body Area

Mandelkern im Visier der Forscher
Körperbildtherapie bringt Erfolge

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