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Mittwoch, 17.01.2018
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Diäten: "Moppelgene" sind keine Ausrede

Genetisch vorbelastete Menschen profitieren sogar stärker von einer Ernährungsumstellung

Überraschender Effekt: Eine genetische Veranlagung für Übergewicht ist kein Hindernis für ein erfolgreiches Abnehmen – im Gegenteil: Eine große US-Studie belegt, dass Menschen mit vielen "Moppelgenen" durch eine Diät sogar erfolgreicher abnehmen als nicht erblich vorbelastete Personen. Je mehr Risikogene die Teilnehmer besaßen, desto deutlicher sank nach einer Ernährungsumstellung ihr Körpergewicht. Das könnte vielen Mut machen.
Gerade Menschen mit einer genetische Veranlagung zum Dicksein profitieren von einer Ernährungsumstellung.

Gerade Menschen mit einer genetische Veranlagung zum Dicksein profitieren von einer Ernährungsumstellung.

Gerade zum Jahresanfang stehen das Abnehmen und eine gesündere Ernährung bei vielen ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze. Diäten von Mittelmeerdiät über Low-Carb bis Intervallfasten haben Hochkonjunktur. Doch viele Abnehmwilligen fallen schon nach kurzer Zeit dem Jojo-Effekt zum Opfer. Anderen fällt es schwer, überhaupt Pfunde zu verlieren – je stärker das Übergewicht, desto schwerer scheint das Abnehmen zu sein.

Die Sache mit den Genen


Schon länger ist bekannt, dass auch die Gene beim Übergewicht eine Rolle spielen: Menschen, die bestimmte Genvarianten in ihrem Erbgut tragen, neigen eher zum Dicksein. Sind die Eltern schon moppelig, scheint das Übergewicht auch für die Kinder oft geradezu unausweichlich. Viele Betroffene glauben daher, dass ihnen eine Diät ohnehin nicht viel bringen würde.

Doch stimmt das auch? Haben es genetisch Vorbelastete schwerer beim Abnehmen? Um das herauszufinden, haben Tiange Wang von der Tulane University in New Orleans und seine Kollegen die Daten von mehr als 14.000 Teilnehmern zweier großer US-Langzeitstudien ausgewertet. Durch Blutproben ermittelten sie die Zahl der Risikogenvarianten und überprüften alle vier Jahre Ernährungsstil und Body-Mas-Index sowie Körpergewicht der Probanden.


Das Erfolgsrezept: Gemüse, Nüsse und Fisch statt Fastfood, Fleisch und Zucker

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Diät schlägt sogar besser an


Das überraschende Ergebnis: Je stärker die Teilnehmer erblich vorbelastet waren, desto erfolgreicher nahmen sie nach einer Ernährungsumstellung ab. Die Personen mit den meisten Risikogenen verloren durch eine geeignete Diät mehr Pfunde und verbesserten ihren Body-Mass-Index stärker als weniger vorbelastete Teilnehmer. Besonders günstig wirkte dabei eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen und Vollkornprodukten.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine gesündere Ernährung nicht nur die genetische Neigung zu Übergewicht ausgleichen kann – sie scheint bei diesen Menschen auch besser anzuschlagen", sagen Wang und seine Kollegen. Auch wenn der Unterschied nicht sehr groß ist, sollte dies Betroffenen Mut machen: Offenbar profitieren diejenigen am meisten von einer Diät, die wegen ihrer Veranlagung besonders mit den Pfunden kämpfen müssen.

Keine Ausrede mehr


"Die genetische Veranlagung ist demnach kein Hindernis für ein erfolgreiches Abnehmen oder Halten des Gewichts – und keine Ausrede fürs Nichtstun", betont Alessandro Demaio von der Weltgesundheitsorganisation WHO in einem begleitenden Kommentar. Welche biologischen Mechanismen hinter diesem überraschenden Effekt stecken, ist allerdings noch unklar. (British Medical Journal (BMJ), 2018; doi: 10.1136/bmj.j5644)
(BMJ, 11.01.2018 - NPO)
 
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