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Freitag, 10.02.2012
Sonnenkraft-Zapfanlagen statt Wüste
Die Vision Desertec

 Wüste Gobi aus dem All
Wüste Gobi aus dem All
© NASA
40 Millionen Quadratkilometer Wüste gibt es heute weltweit – mindestens. Denn der Klimawandel und andere vom Menschen verursachte Phänomene wie Brandrodungen oder Überweidungen führen dazu, dass der Anteil der öden und nahezu vegetationslosen Gebiete auf der Erde immer weiter wächst.

Und doch könnten gerade diese lebensfeindlichen Regionen vielleicht schon bald einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz, beim Kampf gegen den Trinkwassermangel und vor allem zum Stillen des immer größer werdenden Energiehungers der Menschheit liefern.

Ökorevolution und Energiewende?
„Desertec“ lautet der Name des geplanten neuen Megavorhabens, das nicht nur für den „Anfang vom Ende des Ölzeitalters“ sorgen soll, wie die Tageszeitung „Welt“ schreibt, sondern auch für eine Ökorevolution und Energiewende. Aus der Taufe gehoben wurde es am 13. Juli 2009, als zwölf deutsche und internationale Unternehmen – darunter RWE, E.ON, die deutsche Bank, Siemens und die Münchener Rück – auf einer Pressekonferenz den offiziellen Startschuss für Desertec gaben.

Durchgesickert war die Nachricht schon ein paar Wochen vorher, entsprechend groß war das Medieninteresse als sich Vertreter der beteiligten Firmen in München trafen, um ihre Visionen und das dahinter stehende Konzept genauer vorzustellen.

Sanddünen in der Sahara 
Sanddünen in der Sahara
© Holger Reineccius / GFDL  Sanddünen in der Sahara
Beeindruckende Zahlen
Und die Zahlen und Ziele, die die Macher von Desertec einer staunenden Öffentlichkeit präsentierten waren ebenso vielversprechend wie beeindruckend. Danach reichen drei tausendstel der Wüstenflächen der Erde bestückt mit Solarkraftwerken aus, um den kompletten weltweiten Jahresbedarf an Strom in Höhe von 18.000 Terawattstunden zu decken. Das heißt: Für die Energieversorgung jedes einzelnen der über 6,5 Milliarden Menschen auf unserem Planeten würden gerade mal 20 Quadratmeter Einöde benötigt.

Das Desertec-Projekt hat sich nun die Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens herausgepickt, um reichlich Sonnenstrom zu produzieren. Dies aber nicht mithilfe der allseits bekannten Sonnenkollektoren, die bei uns – der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz sei Dank – seit einigen Jahren auf immer mehr Häuserdächern zu finden sind. Desertec setzt auf so genannte solarthermische Kraftwerke.

 Sonnenenergiekraftwerk Solar One
Sonnenenergiekraftwerk Solar One
© Sandia National Laboratories / DOE / NREL  Sonnenenergiekraftwerk Solar One
Studie bescheinigt enormes Potenzial
Das Potenzial der Anlagen scheint enorm. So wären sie laut einer Greenpeace-Studie in der Lage, schon bald einen großen Teil des weltweiten Strombedarfs zu produzieren. „Bis 2050 könnten Solarkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 1.500 Gigawatt gebaut werden. Sie könnten jährlich 7.800 Terawattstunden sauberen Strom erzeugen - das ist drei Mal so viel Strom, wie zurzeit alle Atomkraftwerke der Welt gemeinsam produzieren“, fasst Sylvia Pritsch von Greenpeace die Ergebnisse des Reports „Globaler Ausblick auf die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke 2009“zusammen.

„Da die solarthermischen Kraftwerke vor allem Kohlekraftwerke ersetzen würden, könnte die jährliche Einsparung von Kohlendioxid bis zum Jahr 2050 auf 4,7 Milliarden Tonnen ansteigen. Das ist sechsmal mehr, als Deutschland im Jahr 2008 ausgestoßen hat“, so Pritsch weiter.

Zwei Millionen neue Arbeitsplätze bis 2050?
Doch nicht nur Klima und Umwelt, auch die Weltwirtschaft würde höchstwahrscheinlich von einem Boom beim Solarstrom profitieren: 15 Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichen Investitionen könnten laut Greenpeace ausgelöst und damit bis 2050 über zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

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