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Strom satt – auch für Europa?

50 Kraftwerke und ein Supernetz

Das Desertec-Projekt © Desertec Foundation

Bis zu 50 solarthermische Kraftwerke will die Desertec-Iniative – wenn alles glatt läuft – bis zum Jahr 2050 in verschiedenen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens bauen. Sie sollen jeweils eine Leistung von 50 bis 200 MegaWatt (MW) besitzen und ihren Strom in ein neues afro-europäisches Supernetz einspeisen.

400 Milliarden Euro für Erneuerbare Energien

Vorgesehen dafür sind so genannte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Trassen (HGÜ). Sie garantieren besonders geringe elektrische Verluste (vier bis fünf Prozent pro 1.000 Kilometer) beim Stromtransport. Rund 3.000 Kilometer HGÜ-Leitungen sind zurzeit geplant. Sie sollen nicht nur die solarthermischen Kraftwerke vernetzen, sondern auch dafür sorgen, dass der Wüstenstrom einfach und preiswert nach Europa gelangt.

Die so genannte Trans-CSP Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) – eine der Untersuchungen auf denen das Desertec-Konzept basiert – hat ergeben, dass ein solches 100-GW-Netz für die gesamte Region Europa, Naher Osten und Nordafrika (EUMENA) rund 45 Milliarden teuer wäre. Weitere 350 Milliarden Euro fallen danach zudem für den Bau der Sonnenstromanlagen an.

Wüstenstrom als Exportschlager

Ganz schön happig, aber auch das, was dabei herauskommt, kann sich sehen lassen. Zunächst soll der Strom aus den Kraftwerken große Teile des wachsenden lokalen Strombedarfs in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas decken. Ab 2020 ist dann aber auch ein Export nach Europa geplant. Am Ende des Projekts, im Jahr 2050, soll der Wüstenstrom 15 Prozent unseres Energiehungers decken. Und das zu Preisen, die mehr als akzeptabel sind.

Solarthermische Anlage © Geri Kodey / DOE / NREL

Die Wissenschaftler des DLR haben errechnet, dass die grüne Energie bei Lieferbeginn vermutlich circa 5,5 Cent und 2050 sogar nur noch fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh) kosten würde – vorausgesetzt solarthermische Kraftwerke werden in den nächsten Jahrzehnten im großen Umfang gebaut und die benötigte Technik wird durch die Massenproduktion billiger. Zum Vergleich: Konventioneller Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken ist heute für 2,5 bis fünf Cent pro kWh zu haben.

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Positives Fazit

Das Fazit der DLR-Studie: „Importstrom aus solarthermischen Kraftwerken in MENA kann gesicherte Leistung für Grund-, Mittel- und Spitzenlast im europäischen Netz liefern und damit die einheimischen erneuerbaren Quellen ideal ergänzen.“

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Stand: 28.08.2009

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Operation Wüstenstrom
Der Streit um das Solarprojekt Desertec

Sonnenkraft-Zapfanlagen statt Wüste
Die Vision Desertec

Strom satt – auch für Europa?
50 Kraftwerke und ein Supernetz

Mehr als nur ein „alter Hut“
Solarthermische Kraftwerke

Ein Sonnenturm als Lichtfänger
Pilotvorhaben in Jülich als Prototyp für Solarstrom aus der Wüste

Solare Hightech aus Deutschland
Solarthermische Kraftwerke auf dem Vormarsch?

Strommasten statt Beduinen?
Desertec und die Folgen

Energie-Revolution oder Fata Morgana?
Reaktionen auf das Projekt Wüstenstrom

Sandstürme, Terroranschläge und noch viel mehr
Fragen und Antworten zur Wüstenstrominitiative

Von der Vision zur Wirklichkeit
Versuch eines Fazits

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