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Freitag, 10.02.2012
Das berühmteste Loch der Erde
The „Big Hole“ in Südafrika

460 Meter Durchmesser, fast genauso tief, 170.000 Quadratmeter Fläche und damit in etwa so groß wie 24 Fußballfelder: Das riesige Loch inmitten des Ortes Kimberley gehört zu den spektakulärsten Phänomenen, die Südafrika zu bieten hat. Jahr für Jahr strömen tausende von Touristen hierher, um das so genannte „Big Hole“ selbst in Augenschein zu nehmen oder sich im Visitors Center über die Geschichte der ebenso ungewöhnlichen wie eindrucksvollen Sehenswürdigkeit zu informieren.

 Big Hole
Big Hole
© Rudolph Botha / GFDL  Big Hole
Invasion der Digger
Und die hat es durchaus in sich. Alles begann mehr oder weniger mit einem Zufall. Ein gewisser Fleetwood Rawstorne entdeckte im Juli 1871 die ersten Diamanten auf einer Farm, die den Brüdern Johannes und Diedrich de Beer gehörte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass die gerade mal zweikarätigen Edelsteine aus einer Lagerstätte stammten, die sich in den nächsten Jahren als eine der ergiebigsten weltweit entpuppen sollte.

Die Funde auf dem kleinen Hügel, dem so genannten Colesberg Koppje, sorgten, so „mickrig“ sie auch waren, für einen Diamantenrausch, wie ihn die Welt bis dahin noch nicht gesehen hatte. Zehntausende von Schürfern, boomende Zeltstädte und der Traum vom Reichwerden: Der neue Ort Kimberley entwickelte sich im Verlauf der nächsten Jahrzehnte zum Nabel der Diamantenwelt.

Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde? - Das Loch wächst
Die Invasion der „Digger" sorgte aber auch dafür, dass das Aussehen der Landschaft um den Colesberg Koppje komplett verändert wurde. Mit Schaufel und Spitzhacke bewaffnet, trugen die Edelsteinsucher den Hügel zunächst komplett ab und gruben sich anschließend immer tiefer in die Erde vor. Schicht um Schicht wurde das Diamanten führende Kimberlit-Gestein abgetragen und von seiner wertvollen Facht befreit. 50, 100, 150 Meter: Dem Wachstum der längst „Big Hole“ genannten Mine schienen keine Grenzen gesetzt – genauso wie dem chaotisch anmutenden Gewimmel an Menschen in der Grube.

Für den britischen Schriftsteller Anthony Trollope, einer der am meisten gelesenen Romanautoren der viktorianischen Zeit, wirkte die Situation in der Kimberley-Mine so „als hätte ein Architekt von diabolischem Genie ein Haus mit 500 Zimmern entworfen, von denen keines im gleichen Geschoß sein sollte wie ein anderes und die weder durch Treppen zugänglich noch mit Türen oder Fenstern versehen sein sollten“.

Cecil John Rhodes, der Mitbegründer des heute größten Diamantenproduzenten der Welt „De Beers“ wählte einen anderen Vergleich. Für ihn waren das Big Hole und andere Minen in Kimberley „wie zahllose Ameisenhaufen, auf denen es von schwarzen Ameisen wimmelte, nur dass die Ameisen Menschen waren“.

Menschliche Maschinen
37 Jahre lang kämpften sich die menschlichen „Drohnen“ ohne jede maschinelle Hilfe in die Tiefe und erreichten nach Informationen des Big-Hole Forschers Steve Lunderstedt dabei eine Tiefe von 220 Metern unter der Erdoberfläche. Ab 1908 ging dann die Diamantensuche im Untertagebergbau weiter und der Schacht der Mine endete letztlich erst nach erstaunlichen 1.070 Metern.

1914 kam dann aber doch das Aus für das Big Hole, die Mine wurde wegen mangelnder Rentabilität geschlossen. Die Gesamtbilanz jedoch war erstaunlich. Insgesamt 2.722 Kilogramm Diamanten holten die Schürfer dort aus dem Boden. Das entspricht 14,5 Millionen Karat. Wert: 40 Milliarden Euro. Zum Vergleich: De Beers hat im Jahr 2008 zusammen mit seinen Partnern insgesamt 48,1 Millionen Karat Diamanten produziert.

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