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Freitag, 10.02.2012
Letzte Rettung Genarchen?
Ein Fazit

Hirsekörner 
Hirsekörner
© Elke Wetzig/ GFDL  Hirsekörner
Eine Pflanzen-Arche-Noah in der Arktis, Tiefkühlzoos für bedrohte Tierarten, Bibliotheken für Obst und Wildpflanzen: Forscher weltweit versuchen mit erheblichem finanziellen und wissenschaftlichen Aufwand die heute existierende biologische Vielfalt zumindest zu konservieren.

Zum Teil setzen die Biologen und Züchtungsforscher dabei auf das Prinzip Hoffnung: Vielleicht können ja zukünftige Generationen die Saatgut- und DNA-Archive nutzen, um mithilfe der sich ständig weiter entwickelnden Gentechnik längst ausgestorbene Tiere und Pflanzen wieder auf der Erde zu etablieren.

Geht das Artensterben weiter?
Denn gegen das Artensterben in freier Natur helfen die Genbanken meist nicht weiter. „Die ‚Frozen Ark‘ ist keine Methode zum Erhalt der biologischen Vielfalt, sondern eine Sicherungskopie für den Fall, dass auch die besten Schutzmaßnahmen versagen sollten“, sagt der am Projekt beteiligte britische Wissenschaftler Professor Bryan C. Clarke von der Universität von Nottingham.

 Tropischer Regenwald
Tropischer Regenwald
© IMSI MasterClips
Unter anderem deshalb stehen viele Experten solchen Projekten skeptisch gegenüber. Zu den Kritikern gehört unter anderem Norman Gershenz vom Zentrum für das Überleben von Ökosystemen in Kalifornien. Er und seine Mitstreiter setzen beim Kampf gegen das Artensterben nicht auf Genbanken oder Klonen. Ihr Ziel ist es, das vorhandene Geld und die Zeit der Wissenschaftler zu nutzen, um die natürlichen Lebensräume der Tiere zu erforschen und vor allem zu erhalten.

Ähnlich sieht dies auch der Geograph Roger Higman von der Umwelt- und Naturschutzorganisation Friends of the Earth: „Wir sind zwar nicht gegen die Idee, aber ‚Arche auf Eis‘ ist keine praktische Lösung zum Schutz der Artenvielfalt. Der Schutz der Lebensräume muss das Wichtigste sein.“

Klonen kein wirksames Mittel?
Umstritten sind aber nicht nur die Genbanken, sondern auch das von einigen Wissenschaftlern propagierte Mittel des Klonens zur Arterhaltung. Der mittlerweile pensionierte Professor Peter Janich, der sich an der Marburger Universität lange Zeit mit der Philosophie der Naturwissenschaften, beschäftigt hat, konstatierte vor einigen Jahren in der Fernsehsendung „nano“: „Mir scheint das - im Hinblick auf den Erhalt des Lebendigen - keine erfolgversprechende Strategie zu sein. Das Klonen kann ja nicht erreichen, dass wir ganze Populationen in natürlicher Umgebung erhalten.“

Trotz allem Für und Wider: Zumindest der Schirmherr von „Frozen Ark“, Sir Crispin Tickell von der Universität Oxford, ist überzeugt von der Sinnhaftigkeit des Konzeptes - und von seinem Erfolg: „Ich glaube Noah würde Stolz auf dieses Projekt sein. Wir machen es viel besser als er jemals dachte, dass er es könnte.“

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