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Freitag, 10.02.2012
Unbekannte Vielfalt
Neue Arten und Varianten

Die Artenzahl gilt oft als das Maß, mit dem die Vielfalt des Lebens gemessen wird. Entsprechend erhöht das Entdecken und Beschreiben einer Art die Diversität, während das Aussterben einer bekannten Art sie vermindert. Jahrtausende der Entdeckung und zwei Jahrhunderte der Artbeschreibung könnten, in Kombination mit dem Aussterben, die Möglichkeiten verringert haben, neue Arten zu finden. Stattdessen haben aber neue Technologien, das Vordringen in neue Regionen und neue Effizienz beim Bestimmen und Archivieren die Entdeckung neuer Arten und das Anwachsen der bekannten Vielfalt beschleunigt.

Mehr Neues als Altes
Das Meer ist noch weit davon entfernt, „ausgeforscht“ zu sein. Immer häufiger zeigen Entdeckungen, dass es offenbar weitaus mehr neue, noch unbekannte Arten in den Meeren gibt, als alle bisher schon bekannten zusammen. Während dreier Expeditionen von jeweils mehreren Monaten haben Census-Antarktisforscher mehr neue als schon bekannte Arten an Bord geholt, als sie die Tiefen des weitab gelegenen Südlichen Ozeans beprobten.

 Gliederfüßer aus der Gruppe der Galatheiden und Chirostyliden
Gliederfüßer aus der Gruppe der Galatheiden und Chirostyliden
© R. Webber / Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa  Gliederfüßer aus der Gruppe der Galatheiden und Chirostyliden
Gliedertier-Vielfalt
Wissenschaftler haben eine große Anzahl von Gliederfüßlern der Gruppe der Galatheiden auf den Seebergketten nördlich von Neuseeland gefunden. Wenn diese Tiere ihren Schwanz unter ihren Körper schlagen, sehen sie aus, als wenn sie sich hinhocken. Forscher haben über 611 Arten von Galatheoidea alleine im Indischen Ozean entdeckt, davon einige neue.

Komoki in antarktischen Gewässern
Komokiacea oder ‘Komokis’ sind die häufigsten Foraminiferen, Einzeller, die Scheinfüßchen zur Fortbewegung und Nahrungssuche benutzen. Im Weddellmeer, wo Eis 1915 das Schiff des Antarktisforschers Shackleton zerdrückte, fanden Census- Polarforscher 59 Arten, davon mindestens 42 neue, die zu den Komokis gehören oder mit ihnen verwandt sind.

Verdopplung des Zooplanktons
Zooplanktonforscher haben drei neue Gattungen und 31 neue Arten von Copepoden und Mysidaceen, kleinen Krebsen, in südostasiatischen, australischen, und neuseeländischen Gewässern entdeckt. Die Auswertung von Proben von Orten besonders hoher Artenvielfalt aus der Tiefsee und anderen wenig erforschten Gebieten ist auf dem besten Wege, die Zahl der bekannten Zooplanktonarten zu verdoppeln.

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