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Freitag, 10.02.2012
Die Gefahr wächst...
Sturmfluten und Klimawandel

Globale Erwärmung 
Globale Erwärmung
© NOAA/GFDL
Polkappen schmelzen ab, Gletscher gehen zurück, immer trockenere Sommer herrschen in vielen Gebieten der Erde, immer mildere Winter in den gemäßigten Regionen. Das Klima der Erde schlägt Kapriolen. Schuld daran ist nach Meinung der Wissenschaftler des IPCC - des Intergovernmental Panel on Climate Change - unter anderem der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt, der zu einer globalen Erwärmung der Erde führt. Es gibt viele Hinweise, die darauf schließen lassen, dass dieser Klimawandel auch Auswirkungen auf Sturmfluten, Hochwasser und Überschwemmungen hat.

Klimaforscher haben beispielsweise festgestellt, dass sich in den letzten 20 Jahren die Meeresgebiete, die zumindest zeitweilig eine Oberflächentemperatur von 27 °C besitzen, um mehr als 15 Prozent ausgeweitet haben. Damit sind ideale Voraussetzungen dafür geschaffen, dass es in Zukunft mehr tropische Wirbelstürme, wie Hurrikane und Taifune geben wird. Denn diese benötigen solche Bedingungen für ihre Entstehung. Auch die Intensität der Wirbelstürme, so die Vermutungen der Wissenschaftler, wird zunehmen. Gerade in Ländern mit sehr flachen Küstenregionen oder mächtigen Deltabereichen drohen deshalb in Zukunft noch mehr Überschwemmungskatastrophen durch Sturmfluten als heute.

Darüberhinaus wird der mit dem Klimawandel verbundene Meeresspiegelanstieg vermutlich schon bald dafür sorgen, dass immer häufiger Sturmfluten die Küstenregionen erschüttern und die Sturmflutwasserstände immer bedrohlichere Höhen erreichen. Wissenschaftler des GKSS-Forschungszentrum Geesthacht haben 1997 im Rahmen des Projektes "Auswirkungen von Klimaänderungen auf Sturmentwicklung und Extremwasserstände in der Nordsee" bereits eine Erhöhung der mittleren Hochwasserstände in Cuxhaven um 30 Prozent in 100 Jahren festgestellt. Sie kommen dabei zu dem Schluss: "Die zweifelsfrei erhöhte Häufigkeit von Sturmhochwassern ist nicht auf vermehrte oder verstärkte Stürme zurückzuführen sondern auf einen erhöhten mittleren Wasserstand".

Schon ein Anstieg des Meeresspiegels um knapp 50 Zentimeter in den nächsten 100 Jahren, wie eines der gemäßigten Szenarien des IPCC für das 21. Jahrhundert ankündigt, würde zudem dazu führen, dass in Zukunft mindestens 100 Millionen Menschen regelmäßig unter den Folgen von Sturmfluten zu leiden hätten - doppelt so viele wie heute.

Immerhin kalkulieren die Deichplaner und -bauer mittlerweile einen Anstieg des Meeresspiegels bei den Berechnungen für die Deichhöhe mit ein. Mindestens 30 Zentimeter Sicherheitsreserve - so die Berechnungen der Küstenschützer - scheinen notwendig, um einem möglichen Meeresspiegelanstieg in den nächsten Jahren und Jahrzehnten relativ gefahrlos ins Auge blicken zu können.

Auch Studien über die Schadenspotentiale überflutungsgefährdeter küstennaher Gebiete gehören heute nicht mehr nur zum Standardrepertoire von Versicherungsgesellschaften wie der Münchener Rück. Immer häufiger werden sie auch von Ministerien und Behörden in Auftrag gegeben, um Küstenschutz und Küstenmanagement vor dem Hintergrund des Klimawandels besser organisieren und planen zu können.

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