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Von Dünen, Buhnen und Wellenbrechern

Wie mann sich sonst noch schützen kann...

Installierung des Nadelvlieses © Universität zu Köln

Wer an Küstenschutz denkt, dem fallen wohl als erstes Deiche oder Sperrwerke ein. Doch längst nicht alle Regionen entlang von Nord- und Ostsee sind durch Deiche vor Sturmfluten abgeriegelt. In Schleswig-Holstein sind es gerade einmal 25 Prozent der Küstenlinie. Dünen, Buhnen und Wellenbrecher übernehmen an ihrer Stelle die Aufgabe, das Hinterland und seine Bewohner vor Überschwemmungen und anderen Folgen von Sturmfluten zu bewahren. Je nach Situation vor Ort setzen Küstenschützer diese Maßnahmen kombiniert ein, um einen optimalen Schutz gegen das tobende Meer zu erreichen.

Schutzdünen

An vielen flachen Küstenabschnitten sind es natürliche und künstliche Dünen, die sich den Sturmfluten entgegenstellen. Um der Kraft der Wellen und der Wassermassen trotzen zu können, müssen diese Schutzdünen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Neben einer gewissen Mindesthöhe ist vor allem eine ausreichende Kronenbreite wichtig. An der Ostseeküste planen Küstenschützer zurzeit mit etwa 40 bis 45 Metern, damit die Düne selbst stärksten Wellen sicher Widerstand bieten kann. Um die Dünen gegen den Wind „resistent“ zu machen, werden sie zudem mit Strandhafer bepflanzt.

Sandaufspülungen

Jede Sturmflut und jeder Orkan „nagt“ jedoch an den Grundfesten von Schutzdünen. Abbrüche und Sandverwehungen führen dazu, dass die Düne wandert, ihre Form verändert oder an Mächtigkeit verliert. Dort, wo an Küsten mehr Material durch Erosion verloren geht, als angespült wird, versuchen Küstenschützer beispielsweise durch Sandaufspülungen einen Ausgleich zu schaffen. Der benötigte Sand stammt meist aus Lagerstätten am Meeresgrund und wird dazu benutzt, Strände breiter zu machen und die Höhe und Breite der Dünen zu verbessern. 90 bis 150 Kubikmeter Sand pro laufendem Meter Küste sind erforderlich, um Erfolg zu haben. Eine Sisyphusarbeit, die zudem sehr teuer ist. Denn innerhalb weniger Jahre ist der meiste aufgespülte Sand durch Sturmfluten, Strömungen und normalen Seegang wieder abgetragen und die kostenintensive Aufspülung muss wiederholt werden.

Buhnen

Wer kennt sie nicht vom Urlaub an Nord- und Ostsee, die langen Pfahlreihen, die bis zu 100 Meter tief in das Meer reichen und gerne von Vögeln als Ruheplätze genutzt werden. Welche Aufgabe diese Bauwerke haben ist jedoch den wenigsten klar. Diese so genannten Buhnen dienen dazu, die küstennahe Strömung und damit das Abtragen von Sand zu verringern.

Wellenbrecher

Um der normalen Brandung und den Riesenwellen während einer Sturmflut viel von ihrer Energie zu nehmen, arbeiten Küstenschützer auch heutzutage noch immer mit Wellenbrechern. Diese Monster aus Naturstein können mehrere Tonnen wiegen und werden häufig fest am Boden verankert, damit sie bei schwerem Seegang nicht zu zerstörerischen Geschossen werden.

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Stand: 20.04.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Alarm am Deich
Steigt die Sturmflutgefahr?

Gefährlichste Naturkatastrophe der Welt?
Manndränke, Blanker Hans und Klimaveränderung

Wind ist der Schlüssel
Wie entstehen Sturmfluten?

Es geht auch ohne Gezeiten
Sturmfluten an der Ostsee

Die Gefahr wächst...
Sturmfluten und Klimawandel

Nordsee ist Mordsee
Küste meldet "Land unter"

Wenn Deiche brechen...
Sturmflutfolgen

Wie Jadebusen und Dollart entstanden
Sturmfluten verändern Küsten

Künstliche Sandbänke als Rettung?
Sylt kämpft ums Überleben

Bollwerke gegen die Flut?
Die Anfänge des Deichbaus

Teurer Luxus?
Die modernen Deiche

Ryck, Eider und Themse
Sperrwerke als Sturmflutschutz

Von Dünen, Buhnen und Wellenbrechern
Wie mann sich sonst noch schützen kann...

Lektion gelernt!
Ein modernes Schutzsystem gegen Sturmfluten

Könige des Küstenschutzes
Die Niederlande und das Deltaplanprojekt

Wer arm ist, stirbt früher
Bangladesch und sein Kampf gegen Überschwemmungen

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