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Vampire der tierischen Art…

Blutsauger auf der Jagd

Eine vertraute Szene: Ein lauer Sommerabend, man sitzt mit Freunden auf der Terrasse oder im Biergarten und lässt es sich gutgehen. Doch kaum wird es so richtig gemütlich, kommen schon Besucher der lästigen Art – Stechmücken. Mit penetrantem Surren umschwirren sie uns und versuchen immer wieder, tieffliegerartig irgendwo auf einem Stück entblößter Haut zu landen.

Warmwasserwirbel, abgeschürt vom Nordbrasilienstrom © NOAA

Doch alles Wedeln und Schimpfen hilft meist nichts – ein unbeobachteter Moment reicht den fliegenden Minivampiren schon aus, um zuzustechen. Die Folge: rote, juckende Quaddeln, die noch Tage später an diesen Abend erinnern. Hier bei uns in Mitteleuropa ist ein solcher Stich in der Regel eher lästig denn gefährlich, doch in vielen Regionen der Welt werden so Malaria und andere schwerwiegende Krankheiten übertragen.

Die blutsaugenden Insekten verfolgen uns jedoch keineswegs nur am Abend oder in der Nacht – auch tagsüber sind wir nicht vor ihren Attacken gefeit: Einige Mückenarten wie die in südlicheren Gefilden heimische Aedes aegypti sind tagaktiv und stechen besonders in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag. Bremsen stechen sogar mitten am Tag und verfolgen dabei ihre „Opfer“ mindestens so hartnäckig wie ihre nächtlichen Kollegen. Im Gegensatz zum fast unmerklichen Mückenstich ist ihr Saugakt allerdings nur allzu deutlich spürbar.

Lawine: Wer verschüttet wird, dem bleiben nur Minuten © USGS

Andere Blutsauger dagegen agieren eher im Verborgenen: Im hohen Gras und Gesträuch von Waldlichtungen oder Uferböschungen, aber auch im eigenen Garten „lauern“ Zecken auf vorbeikommende Beute. Im Gegensatz zur weitverbreiteten Ansicht lassen sie sich keineswegs von den Bäumen fallen, sondern warten darauf, im Vorübergehen abgestreift zu werden. Ihr Stich tut meist nicht weh, kann aber dafür schlimme Folgen haben – dann nämlich, wenn die Zecke mit Viren oder Bakterien infiziert war und diese bei ihrer Blutmahlzeit auf den Menschen übertragen hat. Hier in Mitteuropa gehören vor allem Hirnhautentzündung (FSME) und die Lyme Borreliose zu den von Zecken am häufigsten verbreiteten Krankheiten.

Unter anderem deshalb suchen Wissenschaftler an Universitäten, Tropeninstituten und in den Laboren der Pharmakonzerne ständig nach immer besseren, immer wirkungsvolleren Abwehrmitteln gegen blutsaugende Insekten und Zecken. Doch um diese zu entwickeln, müssen die Forscher erst einmal wissen, wie die „Blutsauger“ ihre potentiellen Nahrungsquellen finden, welche „Wegweiser“ sie nutzen und warum sie einige Menschen offenbar immer weitaus attraktiver finden als andere…

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Stand: 06.05.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Blutsauger
Zecken, Mücken und Co.: Kleiner Stich mit bösen Folgen

Vampire der tierischen Art...
Blutsauger auf der Jagd

Auf der Suche nach dem richtigen Stich...
Nahrungssuche mit Hindernissen

Ein ganz besonderer Duft...
Chemische Signale zur Wirtsfindung

Süßes Blut...
Woher kommen die Unterschiede in der "Anziehungskraft"

Strohhalm oder Axt?
Die "Bohrstrategien" der Blutsauger

Kleiner Stich mit großen Folgen...
Durch Blutsauger übertragene Krankheiten auf dem Vormarsch

Steckbrief: Lyme-Borreliose
Flächendeckendes Risiko...

Steckbrief: Frühsommer- Menignoenzephalitis (FSME)
Impfung empfohlen...

Steckbrief: Malaria
Geißel der Tropen - bald auch hier?

Und auch diese noch...
Weitere von Blutsaugern übertragene Krankheiten

Minivampire im Anflug
Steckbrief: Stechmücken

Lauerjäger im Unterholz
Steckbrief: Zecken

Die verbreitetsten Irrtümer...
...über Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten

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