Zielgruppen und Aufgaben des „Internationalen Jahres des Planeten Erde“ IYPE: Forschen und informieren - scinexx | Das Wissensmagazin
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Zielgruppen und Aufgaben des „Internationalen Jahres des Planeten Erde“

IYPE: Forschen und informieren

Ozean und Atmosphäre - ein vernetztes System © IMSI MasterClips

Es ist ein Programm der Superlative, die größte jemals durchgeführte Initiative in den Geowissenschaften, ein weltweiter Forschungs- und Veranstaltungsmarathon: Das „International Year of Planet Earth 2008“ soll die Geoforschung international voranbringen und die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf geowissenschaftliche Themen lenken. Kurz vor der offiziellen Eröffnung des Events sind die Vorbereitungen längst in vollem Gange – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

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Den entscheidenden Anstoß für das IYPE gab vor sieben Jahren eine Kampagne der International Union of Geological Sciences (IUGS). „Dem Anliegen, die Bedeutung der Geowissenschaften für die Gesellschaft auf globaler Ebene herauszustreichen, schloss sich wenig später die UNESCO an.“, erinnert sich Professor Dr. Rolf Emmermann, der Präsident der GeoUnion und zugleich der Vorsitzende des Lenkungsausschusses für das Internationale Jahr des Planeten Erde in Deutschland.

Am 22. Dezember 2005 schließlich unterstützte die Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig die Ausrufung des IYPE, für das sich mittlerweile der frühere niederländische Premierminister Ruud Lubbers und der schwedische König Carl Gustav als Aushängeschilder zur Verfügung gestellt haben.

„Das Konzept des Internationalem Jahres des Planeten Erde steht auf zwei tragenden Säulen: Einem umfangreichen Wissenschaftsprogramm und einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, die die Geowissenschaften noch stärker ins Blickfeld der Menschen rücken soll.“, erläutert Emmermann. Alle Forschungsprojekte und Aktionen werden dabei durch ein Internationales Gremium koordiniert.

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Expressions of Interest

Geowissenschaftler können innerhalb des IYPE Anträge auf Forschungsprojekte – so genannte „Expressions of Interest“ – zu einem der zehn Schwerpunktthemen stellen. Dazu gehören Grundwasser, Naturkatastrophen, Klima und Globaler Wandel, Rohstoffe oder Ozean. In einer Begutachtung bewertet dann ein Ausschuss mit erfahrenen Experten aus allen Weltregionen und allen Geo-Disziplinen die eingegangenen Anträge nach ihrer wissenschaftlichen Qualität, ihrer Machbarkeit, dem internationalen Ansatz und der zu erwartenden Wirkung.

Genauso wichtig für das IYPE sind neben den Forschern aber auch ganz andere, für die Geowissenschaften bisher eher neue Zielgruppen. So soll die insgesamt drei Jahre dauernde Aktion beispielsweise Politikern und anderen Entscheidungsträgern die Bedeutung geowissenschaftlichen Wissens für eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung nahe bringen. „Ziel ist es aber auch, dass die Öffentlichkeit versteht, dass die Geowissenschaften wichtige Beiträge für die Gesellschaft leisten“, erläutert Emmermann.

Deshalb können auch Anträge für Projekte der Öffentlichkeitsarbeit beim IYPE eingereicht werden. „In den Geowissenschaften ist ein Fächer-übergreifender Dialog aller Geo-Forscher geplant. Nur durch Kooperation über Disziplinen hinweg kann der Mehrwert der Geowissenschaften für eine nachhaltige Nutzung der verfügbaren Ressourcen, für die Steigerung der Lebensqualität der Weltbevölkerung und für die Minderung des Gefahrenpotenzials von Naturkatastrophen überzeugend dargestellt werden.“, erklärt der Sekretär des nationalen IYPE-Lenkungsausschusses Dr. Christof Ellger.

Offizieller Auftakt…

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Die wichtigsten Eckpfeiler der Kampagne stehen bereits fest. Offiziell eröffnet wird das IYPE mit einer großen Konferenz am Sitz der UNESCO in Paris am 12. und 13. Februar 2008. Dort werden neben den Spitzen der UNESCO und der IUGS auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Staatsgäste aus aller Welt erwartet. Bei den Themenpodien stehen die globale Bevölkerungsentwicklung, der Klimawandel, die Rohstofffrage sowie Naturkatastrophen im Vordergrund. Dabei sollen sowohl Vertreter der Wissenschaft wie auch der Medien, der Politik und der Wirtschaft zu Wort kommen – außerdem die Sieger eines internationalen Studentenwettbewerb zum IYPE, der zurzeit durchgeführt wird.

…und ein Geologischer Weltkongress

Ein weiterer Höhepunkt des IYPE findet dann einige Monate später in der norwegischen Hauptstadt Oslo statt. Vom 6. bis zum 14. August treffen sich dort Geowissenschaftler und Geowissenschaftlerinnen und andere Interessierte zu einem Geologischen Weltkongress. „Unter dem Leitbegriff „Erdsystem-Wissenschaft“ geht es vor allem um die multidisziplinäre Betrachtung des Planeten Erde. Der Kongress dient vor allem der Kommunikation zwischen den verschiedenen Bereichen der Geowissenschaften und ihren Nachbardisziplinen.“, so Ellger.

Die Beziehungen zwischen der Geosphäre (der festen Erde), der Hydrosphäre (der von Wasser bedeckten Bereiche unseres Planeten), der Biosphäre (der belebten Erde), der Kryosphäre (der vom Eis bedeckten und beeinflussten Bereiche) sowie der Atmosphäre (der Lufthülle) stehen dabei im Mittelpunkt des Kongresses.

Links:

Weitere Informationen und Formblätter für “Expressions of Interest” finden sich auf der IYPE Website.

Eine Übersicht über die internationalen Events gibt es unter:

www.yearofplanetearth.org/content/relatedevents.php.

(IYPE, 14.12.2007 – DLO)

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