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Warum Geodaten wichtig sind

Informationsquellen im Katastrophenfall

Für ein wirksames Katastrophenmanagement werden aktuelle geographische Informationen etwa in Form von Karten und Lageplänen dringend benötigt. Auch die sich ständig ändernde aktuelle Situation vor Ort muss bekannt sein, um die Hilfen im Katastrophenfall koordinieren und planen zu können. Ebenso unerlässlich sind Lage- und Zustandsinformationen über die betroffenen Menschen, die Infrastruktureinrichtungen sowie die Situation der Hilfskräfte und -ressourcen vor Ort.

Schäden nach dem Erdbeben auf Haiti im Jahr 2010. Genaue Geodaten sind wichtig, um das Ausmaß der Schäden, aber auch Zufahrtswege für Helfer zu ermitteln. © Marco Dormino/ UNDP

Satelliten reichen oft nicht

Dies gilt weltweit im Katastrophenfall. In den Entwicklungs- und Schwellenländern aber ist es oft sehr schwierig, derartige Geodaten bereitzustellen. Für das Katastrophenmanagement haben sich schon lange Fernerkundungsdaten wie Satelliten- oder Luftbilder als hilfreiche Informationsquellen erwiesen.

Allerdings müssen diese Daten für viele Anwendungen erst interpretiert und verarbeitet werden. Sie sind zudem nicht für beliebige Zeitpunkte und Auflösungen verfügbar, sondern hängen beispielsweise von den Überflügen der Satelliten oder Flugzeuge ab. Deshalb gewinnen alternative Datenquellen mit geographischen Inhalten für das Katastrophenmanagement zunehmend an Bedeutung. Sie können die bisherigen Datenquellen sinnvoll ergänzen.

Satellitnebilder eines Gebiets in Thailand vor und während eines Hochwassers © NASA Earth Observatory/Jesse Allen, Robert Simmon / USGS

Webnutzer als Datenlieferanten

Bei den alternativen Datenquellen handelt es sich um Inhalte aus dem weltweiten Internet, die von seinen Nutzern generiert werden. Dieser sogenannte „User Generated Content“ (UGC) ist schon lange die Basis erfolgreicher Projekte und Plattformen, sei es Wikipedia oder Facebook, Twitter, Youtube, Flickr oder Instagram.

Ein Spezialfall solcher von Nutzern erzeugten Daten sind die „Volunteered Geographic Information“ (VGI) – Informationen mit geographischem Bezug. Sie werden von Freiwilligen weltweit erhoben und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Diese Geodaten auch für das Katastrophenmanagement zu nutzen, hat sich in den letzten Jahren zunehmend als wichtig erwiesen.

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Alexander Zipf, Universität Heidelberg / Ruperto Carola
Stand: 21.10.2016

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Mit Netz und Geodaten
Wie Internet und Soziale Medien beim Katastrophen-Management helfen

Warum Geodaten wichtig sind
Informationsquellen im Katastrophenfall

Webnutzer als Kartierungs-Helfer
Das Beispiel Open Street Map

Vorbeugendes Kartieren
Vom "Crisis Mapping" zu "Mapathons"

Citizen Science für Geodaten
Wie auch Laien bei der Erstellung von Geodaten helfen können

Twitter, Flickr und Co
Geodaten aus der Social-Media-Analyse

Vom Tweet zur Karte
Aus Webinfos werden Geodaten

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