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Mittwoch, 17.03.2010
„Tiefkühl”-Kinder gedeihen besser
Keine Nachteile für Kinder aus eingefrorenen Embryonen
Entgegen der landläufigen Meinung gedeihen Kinder aus Embryonen, die eingefroren waren, besser als Kinder, die als frische Embryonen in die Gebärmutter der Mutter eingepflanzt wurden. Eine neue Studie weist nach, dass das Geburtsgewicht der „Tiefkühl“-Kinder im Durchschnitt höher lag, und auch keine vermehrten Fehlbildungen auftreten.

Frühe Teilung: 6-Zell-Stadium eines Embryos
Frühe Teilung: 6-Zell-Stadium eines Embryos
© NIH
Wissenschaftler der Universität von Kopenhagen analysierten im Rahmen ihrer Studie Daten über 1.267 Kinder, die in Dänemark zwischen 1995 und 2006 nach einer künstlichen Befruchtung und einem Einfrieren der Embryonen geboren worden waren. Das Einfrieren ermöglicht es Paaren mit Kinderwunsch, mehrere Versuche der Befruchtung aus einer Sammlung von Eizellen durchzuführen, ohne dass jedes mal aufs neue frische Eizellen entnommen werden müssen. Als Vergleichsgruppe zogen die Forscher 17.857 Kinder heran, die im gleichen Zeitraum nach künstlicher Befruchtung, aber ohne ein Einfrieren Embryonen geboren wurden.

Überraschenderweise zeigte sich, dass nicht etwa die Kinder aus frischen Embryonen, sondern diejenigen aus den eingefrorenen sich besser entwickelt hatten. Im Durchschnitt dauerte die Schwangerschaft der Mütter länger, die Kinder hatten ein um im Mittel 200 Gramm höheres Geburtsgewicht und auch die Anzahl der Frühgeburten war signifikant niedriger.

Kein erhöhtes Risiko von Fehlbildungen
„Zusätzlich gab es deutlich weniger Kinder, die in die Frühgeborenen-Intensivstation eingeliefert werden mussten2, erklärt Anja Pinborg, Leiterin der Studie. „Am hoffnungsvollsten stimmt uns aber, dass wir kein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen bei den Kindern aus Tiefkühlembryonen feststellen konnten. Die Rate lag bei 7,1 Prozent verglichen mit 8,8 bei frischen Embryonen.“

Damit widerlegt die Studie die häufig gehegten Befürchtungen, das wiederholte Gefrieren und Auftauen von Embryonen könne zu Entwicklungsschäden führen. „Bisher waren die Daten extrem spärlich“, so Pinborg. „Es gibt nur eine andere größere Studie in Schweden, die ähnliche Ergebnisse wie die unsrige zeigt. Da der Einsatz der Tiefkühltechnik in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, wollten wir sicher gehen, dass die Prozedur keinen nachteiligen Effekt auf den Nachwuchs hat.“
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