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Freitag, 10.02.2012
Keine Medaillen für den Klimaschutz
Klimaschutz-Index 2007 vorgestellt
"Wenn Klimaschutz eine olympische Disziplin wäre, würde es kein Land auf das Medaillentreppchen schaffen", fasst Matthias Duwe, Direktor des Climate Action Network Europe (CAN Europe), das Ergebnis des Länder-Rankings des neuen Klimaschutz-Index 2007 (KSI) zusammen. Die Resultate des KSI zeigen, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichen, einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern.

Treibhausgasemissionen
Treibhausgasemissionen
© IMSI MasterClips
Experten von Germanwatch entwickelten die Methode für den Index, der mehr Transparenz in die internationale Klimapolitik bringen soll. Der erstmals mit CAN-Europe gemeinsam erstellte Index vergleicht die Klimaschutzleistungen von 56 Industrie- und Schwellenländern, die zusammen für mehr als 90 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind.

Er ermöglicht einen fundierten Ländervergleich, weil er nicht nur auf der Basis von Daten der International Energieagentur (IEA) die Höhe der klimaschädigenden Emissionen eines Landes berücksichtigt, sondern in stärkerem Maße die Emissionstrends und die Klimapolitik der beurteilten Länder. Eine Befragung nationaler Experten ergänzt den quantitativen Teil des Indexes und beurteilt die nationale wie internationale Klimapolitik der beteiligten Staaten im Detail.

Deutschland unter den Top 10
Die Ergebnisse: Angeführt von Schweden, bilden sieben Europäische Staaten und drei wichtige Schwellenländer (Argentinien, Brasilien, Indien) die TOP 10 des Rankings. Zusammen stellen diese Länder ein entscheidendes Potential für eine neue Zukunftskoalition dar. Weitere Staaten wie Südafrika und China haben zwar eine schlechte Emissions-Performance, verfolgen jedoch eine konstruktive Klimapolitik und könnten eine solche Koalition unterstützen.

Deutschland schneidet im Ranking mit Platz 5 insgesamt relativ gut ab, hat jedoch in einigen Sektoren Nachholbedarf. Der Index lässt auch Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der klimapolitischen Maßnahmen in Deutschland zu - wie etwa der Öko-Steuer oder dem Energie-Einspeise-Gesetz (EEG).

Zu wenig Aktion bei den Groß-Emittenden
Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, weist darauf hin, dass der Index Änderungen in nationaler Klimapolitik gut abbildet. "Wenn die USA, die dieses Jahr ganz hinten auf Rang 53 steht, eine so nach vorne weisende Klimapolitik international machen würde wie Großbritannien heute, würde sie sich um über 30 Plätze verbessern".

Bis auf wenige Ausnahmen engagieren sich die Groß-Emittenten unter den 56 Ländern klimapolitisch jedoch noch viel zu wenig, so die Einschätzung des Climate Action Network Europe. Sie treten beim Klimaschutz auf der Stelle oder machen sogar Rückschritte. Aber auch die, die vorne im Länderranking stehen, kommen beim Schutz des Klimas nur langsam voran.
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