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Samstag, 27.05.2017
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Antarktis: Wie reagiert das Eis auf Klimaänderungen?

Polarstern-Expedition untersucht Amundsensee

Die Vereisungsgeschichte der Westantarktis steht seit dem 10. Februar 2006 im Mittelpunkt der 23. Antarktis-Expedition des Forschungseisbrechers Polarstern. Bis zum 11. April 2006 erkunden die Wissenschaftler an Bord des Schiffes dazu die südliche Amundsensee.
Amundsen See

Amundsen See

Vor allem die Region der Pine Island Bay in der südlichen Amundsensee ist von besonderem Interesse, weil sich dort in den letzten 20 bis 30 Jahren der Abfluss des Pine-Island-Gletschers und des Thwaites-Gletschers, zweier großer Gletschersysteme des Westantarktischen Eisschildes, enorm beschleunigt hat. Auch in der Vergangenheit schwankte das Volumen dieser Gletscher. Die dabei vom Eis transportierten Sedimente hinterließen Spuren in Form von Ablagerungs- und Erosionsmustern auf dem Kontinentalschelf.

Vermessungen und Probennahmen dieser Sedimentschichten in der südlichen Amundsensee erlauben eine Rekonstruktion der Eisvorschübe und -rückzüge während der letzten Eiszeiten. Von diesen Daten erhoffen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Reaktionen des Westantarktischen Eisschilds auf Klimaänderungen.

"Der gesamte Westantarktische Eisschild besitzt genug Volumen, um im Falle eines vollständigen Abschmelzens den Meeresspiegel global um sechs Meter ansteigen zu lassen", erklärt Karsten Gohl vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.


Neben diesen Untersuchungen werden ozeanographische Verankerungen im Bereich der Pine Island Bay ein Jahr lang die Bodenströmungsverhältnisse messen. Proben von Krill und Mikroben aus der Wassersäule sollen Aufschluss über die Futterabhängigkeiten und Biodiversität der Mikroben geben. Nach Versorgung des Dallmann-Labors in der Jubany-Station auf King George Island beendet Polarstern am 11. April in Punta Arenas die Expedition.

Deutsch-französische Expedition erfolgreich abgeschlossen


Zuletzt war die Polarstern in der Drake-Passage zwischen der Antarktischen Halbinsel und Südamerika unterwegs. Eine schmale Hochdruckbrücke sorgte während der Expedition für ruhige See und ermöglichte so die Abarbeitung der einzelnen wissenschaftlichen Stationen in Rekordzeit. Alle Strömungsmessgeräte wurden wie geplant in der Drake-Passage verankert und sollen nach ihrer Bergung in zwei Jahren zusammen mit den Messdaten des Satelliten Jason-1 genaue Daten zur Menge der transportierten Wassermassen im Antarktischen Zirkumpolarstrom liefern.

Zur Analyse der Wassermasseneigenschaften entnahmen die Wissenschaftler alleine in der ersten Expeditionswoche 8.000 Liter Seewasser an 36 Stationen aus verschiedenen Wassertiefen. Dazu mussten die Schöpfgeräte eine Strecke von zusammengerechnet 280 Kilometern zurücklegen. Erste Analysen dieser Proben zeigen, dass im südlichen Bereich der Drake-Passage die Wassermassen stark durchmischt werden. Die Zusammenarbeit auf der deutsch-französischen Expedition klappte ausgezeichnet.

"Wir haben die einzigartige, auf Erfahrung von Alfred-Wegener-Institut und Schiffscrew aufgebaute Organisation sehr genossen, die Expedition war überaus erfolgreich", resümiert die französische Fahrtleiterin Christine Provost vom Laboratoire d'Océanographie Dynamique et de Climatologie (LODYC) der Université Pierre et Marie Curie in Paris. Sie wünscht sich eine Fortführung und Verstärkung der deutsch- französischen Zusammenarbeit in der Meeresforschung.
(AWI, 13.02.2006 - DLO)
 
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