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Freitag, 15.12.2017
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Stress kann den Effekt gesunder Ernährung aufheben

Nervliche Belastung beeinflusst Fettverarbeitung des Körpers

Krankmacher Stress: Schon ein stressiger Tag kann die Vorteile einer gesunden Ernährung wieder zunichtemachen, wie eine Studie enthüllt. Denn die nervliche Belastung beeinflusst, wie unser Körper verschiedene Fette verarbeitet. Eine Ernährung reich an ungesättigten Fetten wirkt daher besser, wenn wir gleichzeitig auf unser Stresslevel achten.
Eine gesunde Ernährung ist wichtig, aber Stress kann einen Teil ihrer postiiven Wirkung sogar wieder aufheben.

Eine gesunde Ernährung ist wichtig, aber Stress kann einen Teil ihrer postiiven Wirkung sogar wieder aufheben.

Eine ungesunde Ernährung kann zu Herzproblemen, Diabetes oder zu Arthritis führen. Deswegen achten inzwischen viele Menschen auf ihre Ernährung und meiden vor allem gesättigte Fette. Die Butter wird dann auch mal weggelassen und gekocht wird eher mediterran mit Olivenöl. Doch eine alleinige Umstellung der Ernährung führt nicht unbedingt zu einer besseren Gesundheit. Denn auch psychische Belastung kann chronischen Entzündungen fördern, die viele Krankheiten auslösen.

Die Forscher Jan Kiecolt-Glaser und Martha Belury von der Ohio State University wollten deswegen mehr über das Zusammenspiel von Ernährung, Stress und Entzündungsmarkern wissen, die man im Blut nachweisen kann.

Kalorienbomben zum Frühstück


Für ihre Studie setzten sie den 58 teilnehmenden Frauen zunächst ein deftiges Frühstück aus Gebäck, Sauce, Eiern und Putenwurst vor. Alle Probandinnen nahmen damit 930 Kilokalorien und 30 Gramm Fett zu sich. Was sie jedoch nicht wussten: Ein Teil der Frühstücke war mit gesättigten Fetten zubereitet, der andere mit "gutem Fett" in Form von Sonnenblumenöl.


Vor dem Essen und im Laufe der folgenden zwei Tage nahmen die Forscher den Frauen Blut ab und analysierten es auf die Entzündungsmarker C-reaktives Protein und Amyloid A hin. Zudem ermittelten sie die Werte für zwei Biomarker, die auf ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose hindeuten.

"Wir wissen, dass eine weniger gesunde Mahlzeit negative Effekte auf die Entzündungsmarker hat, aber wir wollten genau diese Mahlzeiten auf die verschiedenen Fette hin vergleichen", so Belury. Zusätzlich ermittelten die Wissenschaftler durch Befragung die Stressbelastung der Teilnehmerinnen an den beiden Vortagen.

Stress sticht Ernährung


Das Ergebnis: Wie erwartet waren alle vier Biomarker für eher gesundheitsschädliche Wirkungen bei den Frauen höher, die die "bösen" Fette gefrühstückt hatten. Das mit dem gesünderen Sonnenblumenöl zubereitete Essen erhöhte dagegen die Markerwerte kaum.

Überraschend war jedoch etwas anderes: Bei den Frauen, die zuvor Stress erlebt hatten, nivellierten sich die Unterschiede zwischen gesunder und ungesunder Mahlzeit. Egal ob sie das Frühstück mit den "guten" oder "bösen" Fetten aßen – ihre Entzündungsmarker waren in beiden Fällen nahezu gleich. Wenn die Frauen vorher ein stressiges Erlebnis hatten, schienen demnach alle Vorteile des gesünderen Frühstücks ausgelöscht.

"Das ist noch mehr Beweis dafür, dass Stress prägt" sagt Kiecolt-Glaser. Sie verweist außerdem darauf, dass dies die erste Studie ist, die zeigt, dass Stress positive Effekte einer gesunden Ernährung aufheben kann. Über welche Mechanismen Stress, Ernährung und Entzündungen miteinander verknüpft sind, muss nun noch genauer erforscht werden.

Kein Freifahrtschein


Allerdings: Diese Erkenntnisse bedeuten nicht, dass es bei Stress nichts nutzt, sich gesund zu ernähren, wie die Forscher betonen. Stattdessen sei es umso wichtiger, konsistent auf eine gesunde Ernährung zu achten. Denn dann schaffe man eine bessere Ausgangslage, wenn es im Alltag doch mal stressiger wird.

Die Forscher weisen außerdem daraufhin, dass Entzündungen, die später zu Krankheiten führen können, sich über einen längeren Zeitraum entwickeln. Auch deshalb lohne es sich, in Bezug auf gesundes Essen einen langen Atem zu entwickeln. (Molecular Psychiatry, 2016)
(Ohio State University, 06.10.2016 - HDI)
 
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