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Sonntag, 24.09.2017
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Erbgut der Straucherbse entschlüsselt

Straucherbsen-Gene ermöglichen Zucht trockenresistenterer Hülsenfrucht-Sorten

Forscher haben das erste Genom einer nicht-industriell angebauten Nahrungspflanze entschlüsselt: Sie sequenzierten das Erbgut der Straucherbse. Diese Hülsenfrucht gilt als wichtiger Lieferant von Mehl und Körnern vor allen für arme Kleinbauern in Indien und anderen Ländern der Tropen. „Die Straucherbse ist die Haupt-Eiweißquelle für mehr als eine Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern“, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Biotechnology“. Die Kenntnis des Erbguts dieser Pflanze erleichtere nun die Entwicklung besserer, ertragreicherer Sorten.
Straucherbsen-Busch in Tonga

Straucherbsen-Busch in Tonga

Die Straucherbse wird weltweit auf rund fünf Millionen Hektar Land angebaut. Vor allem in Indien ist die Hülsenfrucht oft Grundlage des Nationalgerichts „Dhal“, eines würzigen Breis oder Eintopfes. Meist werde die Straucherbse von Kleinbauern und auf mageren, trockenen Böden angebaut. Deren Erträge blieben bisher weit hinter dem theoretisch erreichbaren zurück, sagen die Forscher.

48.680 Gene identifiziert


Die Forscher identifizierten nun insgesamt 48.680 Gene der Straucherbse, darunter auch mehr als hundert, die die die Straucherbse besonders tolerant gegenüber Dürre machen. Diese könnten nun genutzt werden, um neue Sorten dieser Nutzpflanze zu züchten, sagen die Forscher. Das würde dazu beitragen, die Menschen in den Tropen auch unter den Bedingungen des Klimawandels besser zu ernähren. „Diese Gene können aber auch eingesetzt werden, um andere, dürre-empfindliche Hülsenfrüchte wie Sojabohne oder Gartenbohne zu verbessern“, meinen die Wissenschaftler.

„Die Straucherbse gehörte bisher zu den vernachlässigten Nutzpflanzen, die kaum von den Fortschritten in der Pflanzenzucht und Biotechnologie profitiert hat“, schreiben Rajeev Varshney vom International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics (ICRISAT) im indischen Patancheru und seine Kollegen. Die Kartierung des Straucherbsen-Genoms sei ein Durchbruch, der kaum zu einer günstigeren Zeit hätte kommen können. Er ermögliche es nun, auch diese Nutzpflanze mit Hilfe moderner, biotechnologischer Methoden zu optimieren.


Anbau schon vor 3.500 Jahren


Die Straucherbse (Cajanus cajan) ist eng mit der Sojabohne, der Gartenbohne oder der Mungobohne verwandt, aber auch mit Erbsen, Linsen und anderen Hülsenfrüchten. Schon vor rund 3.500 Jahren bauten Menschen in Indien diese Nutzpflanze an. Heute gehöre die vor allem in Asien, Afrika, Südamerika und der Karibik angebaute Straucherbse weltweit zur sechstwichtigsten Hülsenfrucht, schreiben die Forscher.

„In der Dritten Welt bekommen die meisten Menschen gerade einmal ein Drittel ihres täglichen Eiweißbedarf“, sagen die Wissenschaftler. Die Straucherbse sei hier ein besonders wichtiger Lieferant. Doch ohne Verbesserungen ihres Ertrags werde sich die Situation vieler Menschen durch Bevölkerungswachstum und den Klimawandel zukünftig verschärfen.

„Die Kartierung des Straucherbsen-Genoms ist ein Durchbruch, der kaum zu einem besseren Zeitpunkt hätte kommen können“, kommentiert William D. Dar, Generaldirektor des ICRISAT. Jetzt, wo die Welt vermehrt Hunger und Dürren erlebe, wie beispielsweise am Horn von Afrika, seien wissenschaftliche Lösungen für die Verbesserung der Straucherbse und anderer Nutzpflanzen lebenswichtig. „Solche gentechnischen Verbesserungen könnten Menschen in den Trockengebieten einen Weg aus Hunger und Armut bieten“, sagt Dar. (Nature Biotechnology, 2011; doi:10.1038/nbt.2022)
(Nature Biotechnology / dapd, 09.11.2011 - NPO)
 
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