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Freitag, 10.02.2012
Kurzgefasst
Glossar

Katastrophentheorie
Begründet durch den französischen Anatomen George CUVIER (1769-1832). Aus seiner paläontologischen Forschungsarbeit, unter anderem im Pariser Becken, erkannte er, dass die Erdgeschichte sich in den Gesteinsschichten widerspiegelt. Das Verschwinden von versteinerten Überresten von Lebewesen von einer Schicht zu einer jüngeren erklärte er über den Einbruch von Naturkatastrophen, die in den Übergangsphasen das Leben auf der Erde zerstörten.

Das Auftreten von unbekannten Arten in jüngeren Gesteinsschichten, die zuvor fossil nicht nachgewiesen werden konnte, führte er auf die lokale Begrenzung solcher periodischer Katastrophen zurück, die eine Wiederbesiedlung durch Neueinwanderung fremder Arten zur Folge hatte. Extreme Vertreter gingen von der periodischen totalen Vernichtung allen Lebens und immer wiederkehrender "nachkatastrophaler" Neuschöpfung durch Gott aus. Das statische Weltbild konnte so gewahrt bleiben.

Gradualismus
Die Geologie spielte eine Vorreiterrolle in der Vorbereitung der darwin`schen Selektionstheorie. Noch vor Cuvier hatte der schottische Geologe James HUTTON eine Theorie aufgestellt, nach der die Gesteinsformationen Produkte von langsamen, kontinuierlichen Prozessen sind, die sich der direkten zeitlichen Erfassung entziehen..

Uniformitarianismus oder Aktualismus
Ein Zeitgenosse und späterer Freund Darwins, Charles LYELL (1797 - 1875) führte die Ideen Huttons weiter und kam zu zwei Schlussfolgerungen. Wenn die Erdkruste langsamen, kontiniuierlichen Veränderungen unterworfen ist, dann musste die Erde wesentlich älter sein als die von theologischer Seite geschätzten 6000 Jahre.

Die zweite Schlußfolgerung resultierte aus der ersten. Wenn der erdgschichtlichen Entwicklung weit größere zeitliche Dimensionen zur Verfügung gestanden haben als bisher angenommen, dann können die langsamen, kontinuierlichen Veränderungen der Erdoberfläche über diese geologischen Zeiträume betrachtet, beträchtliche Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild der Erde gehabt haben.

Lamarckismus
Nicht nur für die unbelebte, sondern auch für die belebte Materie wurde die Grundidee einer kontinuierlichen Weiterentwicklung bereits vor Darwin angewandt. Jean Baptiste Lamarck (1744-1829) betreute die Wirbellosensammlungen des Naturhistorischen Museums in Paris und stellte als erster eine umfassende Theorie über die Veränderbarkeit der Arten auf.

Vom einfachsten bis zum komplexesten Lebewesen der Erde, alle sind der Veränderung durch die "sentiments interieurs", die inneren Bedürfnisse unterworfen. Dieses innere Bedürfnis nach Weiterentwicklung ist nach Lamarck die treibende Kraft der Evolution, führt zur Ausprägung bestimmter Merkmale und zu einer immer besseren Anpassung an die Lebensbedingungen. In einer zweiten Annahme ging Lamarck davon aus, dass diese individuell erworbenen Fähigkeiten an die nächste Generation weitergegeben werden können. Wenn auch Lamarcks Theorie offiziell keinen Eingang in die wissenschaftlich adäquaten Postulate gefunden hatte, so war die Vorstellung von der Weitergabe erworbener Eigenschaften doch gängig.

Darwins Großvater Erasmus Darwin war in seiner "Zoonomia" selbst Lamarck`schen Denkansätzen gefolgt. Als der junge Darwin nach seiner Fahrt mit der Beagle sich mit dem Gedanken zu heiraten beschäftigte und - wohl im Hinblick auf mögliche Erbkrankheiten - seinen Vater nach dem Grund für den frühen Tod seiner Mutter befragte, bekam er von dem Mediziner eine "Lamarck´sche" Antwort. Sein Schwiegervater sei Alkoholiker gewesen und habe seiner Tochter ein Leberleiden vererbt, dass ihr heftige Schmerzen und einen frühen Tod gebracht habe. Doch in solchen Fällen genüge es schon, in der folgenden Generation abstinent zu leben, um die negative Eigenschaft aus der Vererbung wieder zu verbannen.

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