Ausbruch vor zwei Millionen Jahren hinterließ glühende Gaswolken und Gammastrahlen-Blasen Schwarzes Loch der Milchstraße ist explodiert - scinexx | Das Wissensmagazin
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Ausbruch vor zwei Millionen Jahren hinterließ glühende Gaswolken und Gammastrahlen-Blasen

Schwarzes Loch der Milchstraße ist explodiert

Ein aktives Schwarzes Loch im Herzen einer Galaxie © NASA

Im Moment ist das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie eher ruhig. Aber vor rund zwei Millionen Jahren brach es in einer gewaltigen Explosion aus, wie Astronomen herausgefunden haben. Die dabei freigesetzte Energie lässt noch heute eine Gaswolke in 200.000 Lichtjahren Entfernung glühen und schuf wahrscheinlich die beiden rätselhaften Gammastrahlen-Blasen der Milchstraße. Vor allem aber zeigt die Explosion, dass das Schwarze Loch immer wieder solche Aktivitätsschübe haben kann – auch heute noch, wie Astronomen im Fachmagazin „The Astrophysical Journal“ berichten.

Das massereiche Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße ist ein schlafender Riese: Es gibt kaum Strahlung ab und saugt auch kaum Materie auf. Dass das aber nicht immer so war, vermuten Astronomen schon seit einigen Jahren. Ein Indiz dafür sind zwei gewaltige, vom galaktischen Zentrum ausgehende Gammastrahlen-Blasen, die das Weltraumobservatorium Fermi im Jahr 2010 entdeckte. Schon damals deuteten Forscher die Form der Blasen und die Art der Emissionen als Folge eines Ereignissens, bei dem relativ schnell große Mengen Energie ausgestoßen worden sein müssen. Was aber dieses Ereignis war, blieb unbekannt.

Glühender Gasschleier deutet auf kosmische Eruption hin

Ein weiteres Indiz ist ein feiner Gasschleier, der die beiden kleinen Nachbargalaxien der Milchstraße, die Große und Kleine Magellansche Wolke, miteinander verbindet. „Seit 1996 wussten wir, dass dieser Magellansche Strom ein seltsames Glühen zeigt, aber verstanden die Ursache dafür nicht“, erklärt Joss Bland-Hawthorn von der University of Sydney. „Erst in diesem Jahr dämmerte uns, dass dieses Glühen das Relikt eines gewaltigen Energieausstoßes sein muss, der vom Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße kam.“

Denn nähere Untersuchungen enthüllten, dass die Sterne der umgebenden Galaxien nicht genügend Energie produzieren, um das Gas zum Glühen zu bringen. „Ihre Energie ist hundertmal zu gering“, so Bland-Hawthorn. Nach den Berechnungen der Forscher kommt dafür nur ein Energiestoß in Frage, der sich vor rund zwei Millionen Jahren ereignet hat. Zu einem ähnlichen Schluss waren auch Astronomen gekommen, die die Entstehung der Gammastrahlen-Blasen untersucht hatten. „Die einzige Erklärung ist, dass dieser von dem schlafenden Drachen im Herzen der Milchstraße erzeugt wurde – dem massereichen Schwarzen Loch.“

Diese Modellanimation zeigt, wie sich Astronomen das „Aufwachen“ eines Schwarzen Lochs vorstellen.© University of Sydney

„Aufwachen“ des Schwarzen Lochs jederzeit möglich

Seit 20 Jahren vermuten Astronomen bereits, dass Sagittarius A*, das Schwarze Loch im galaktischen Zentrum, früher aktiver gewesen sein muss als heute und sporadische Strahlenausbrüche verursachte. Jetzt scheint sich dies zu bestätigen. „Jetzt wissen wir, dass dieser schlafende Drache aufwachte und Feuer spie mit 100 Millionen Mal der Energie, die er heute hat“, konstatiert Bland-Hawthorn. Diese Erkenntnis belege, dass solche Schwarzen Löcher „flackern“ können und immer wieder von Ruhephasen in Phasen maximaler Aktivität wechseln.

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Könnte sich eine solche Explosion auch heute wieder ereignen? „ja, absolut!“, sagt Bland-Hawthorn. Denn es gebe noch viele Sterne und Gaswolken, die in das Umfeld des Schwarzen Lochs geraten und dann unter enormer Energieabgabe eingesogen werden könnten. In kleinem Maßstab lässt sich das zurzeit beobachten, denn eine kleine Gaswolke, G2, getauft, wird gerade vom Schwarzen Loch zerfetzt.

(University of Sydney, 25.09.2013 – NPO)

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