Studie deckt ungewöhnliche Folgen des Paarungsverhaltens auf „Kuckuckskinder“ sind meistens Söhne - scinexx | Das Wissensmagazin
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Studie deckt ungewöhnliche Folgen des Paarungsverhaltens auf

„Kuckuckskinder“ sind meistens Söhne

© NPS

Die meisten Vogelarten sind monogam. Trotzdem kommt es immer wieder auch zu so genannten Kuckuckskindern, bei denen der soziale Vater nicht der genetische Vater der Jungvögel ist. Wissenschaftler haben jetzt dieses Phänomen genauer untersucht und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Unter den Kuckuckskindern gibt es deutlich mehr Männchen als Weibchen – zumindest beim amerikanischen Hauszaunkönig.

Warum sind außerpaarliche Vaterschaften bei Vögeln so häufig? Weibchen können dadurch keine zusätzlichen Nachkommen erzeugen, warum machen sie dieses Spiel mit? Es gibt verschiedene Erklärungsansätze zu dieser Frage: Wollen sich die Weibchen gegen eine mögliche Unfruchtbarkeit des sozialen Partners absichern?

„Gute Gene“ für die Nachkommen

Vielleicht ist der Vorteil aber auch indirekt. Eine größere genetische Vielfalt unter den Jungvögeln oder besonders gute Gene sind hier denkbare Profite. Wenn man seinen Traumpartner nicht ganz für sich gewinnen kann, können zumindest einige der Nachkommen von den „guten Genen“ dieses Traumpartners profitieren. Liegt darin für die Weibchen der Sinn der außerpaarlichen Kopulationen?

In diesem Fall wäre es ideal, wenn die Kuckuckskinder erneut männlich wären. Erben sie die guten Eigenschaften ihres genetischen Vaters, könnten sie später erneut einen hohen Fortpflanzungserfolg einfahren. Bisher konnte man dies nicht nachweisen, allerdings waren die Studien recht klein.

Viel mehr „Jungs“

Nun aber wurde erstmals eine große Untersuchung dazu vorgestellt: Sieben US-Biologen analysierten zusammen mit dem Remagener Biostatistiker Professor Markus Neuhäuser über 500 Bruten mit mehr als 3.000 Jungvögeln beim amerikanischen Hauszaunkönig Troglodytes aedon. Bei circa 2.350 Jungvögeln konnten Geschlecht und Vaterschaft bestimmt werden. Kuckuckskinder fanden die Wissenschaftler in 37 Prozent der Bruten.

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Wie die Forscher weiter entdeckten, waren insgesamt genau 50,3 Prozent der Jungvögel männlich – ein sehr ausgegliches Geschlechterverhältnis. Aber es gab einen Unterschied: Denn bei Kuckuckskindern waren deutlich mehr „Jungs“ dabei (53,4 Prozent), bei den legitimen Kindern waren es nur 49,2 Prozent. Eine recht deutliche Differenz: Der Statistiker spricht von einem signifikanten Unterschied.

(idw – Fachhochschule Koblenz / RheinAhrCampus Remagen, 18.06.2009 – DLO)

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