Wo ansetzen? - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Wo ansetzen?

Erste Versuche mit Lebensimpfstoffen

Die HIV-Infektion wehrt sich nicht nur erfolgreich gegen die Abwehrmaßnahmen des Körpers, sie schwächt auch das Immunsystem als Ganzes. Denn die Hauptwirtszellen für HIV sind die so genannten T-Helfer-Zellen des Immunsystems, die gerade für die Ausbildung von Antikörpern und T-Killerzellen wichtig sind. Neuere Untersuchungen zeigen, dass bereits innerhalb weniger Wochen nach HIV-Infektion über die Hälfte der T-Helfer-Zellen zerstört ist, was auch die Immunantwort gegen HIV selbst beeinträchtigen dürfte.

Befallene Zelle mit freigesetzte HI-Virenpartikeln (grün) © CDC

Ziel der Impfstoffentwickler ist es daher, dieser fatalen Entwicklung frühzeitig entgegen zu wirken. Dass inzwischen einige wenige Antikörper identifiziert werden konnten, die verschiedene HIV-Stämme doch neutralisieren können, bestärkt den Weg, mit Hilfe gentechnischer Impfstoffe die Bildung solcher Antikörper auszulösen und damit Neuinfektionen zu verhindern. Auch die T-Killerzellen sind nicht grundsätzlich unwirksam. Wenn sie auch nicht in der Lage sind, Virus-infizierte Zellen komplett zu eliminieren, so reduzieren sie doch die Viruslast während der akuten Infektion tausend- bis hunderttausendfach und bilden so ebenfalls einen Ansatz für eine Bekämpfung der Infektion.

Lebensimpfstoffe: wirksam aber zu gefährlich

In Versuchen an Tieren hat sich inzwischen gezeigt, dass mit vermehrungsfähigen, abgeschwächten Viren, also einem Lebendimpfstoff, ein Schutz vor Aids-Erkrankungen möglich ist. Auch wenn diese Impfstrategie beim Menschen aus Sicherheitsgründen kaum zum Einsatz kommen dürfte, gibt sie doch Hoffnung, dass sich ein wirksamer HIV-Impfstoff prinzipiell entwickeln lässt. Im Gegensatz zu den sog. Lebendimpfstoffen erwiesen sich die auf inaktivierten Viruspartikeln oder auf gentechnisch hergestellten viralen Proteinen beruhenden „Totimpfstoffe“ als wenig wirksam.

Deshalb verfolgt die Forschung gegenwärtig intensiv die Strategie der Gen-basierten Impfstoffe, indem einige Aspekte von „Lebendimpfstoffen“ – ohne deren Sicherheitsrisiken – aufgegriffen werden. Die Vorteile der Gen-basierten Impfstoffe beruhen vor allem auf der Aktivierung von zytotoxischen T-Zellen.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. weiter


Stand: 25.01.2008

Anzeige

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Aids-Impfstoff gesucht
Eine Gen-basierte Strategie gegen das Virus im Test

Mit Tricks gegen die Doppelstrategie
Wie HIV die körpereigenen Abwehrmaßnahmen unterläuft

Wo ansetzen?
Erste Versuche mit Lebensimpfstoffen

Gen statt Protein
Das Prinzip eines Gen-basierten Impfstoffs

Von der Idee zu ersten Tests
Die ersten Schritte des Bochumer Gen-Impfstoffs

Wie geht es weiter?
Optimierung und weitere Tests

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Sperma als HIV-Verstärker
Studie belegt Bedeutung von Fibrillen-bildenden Peptiden

Neues Verfahren misst HIV-Epidemie
Antikörper-Test identifiziert Zahl der Neuinfektionen

HIV: Immer mehr Neuinfektionen in Deutschland
Mittlerweile 59.000 HIV-Infizierte

HIV: Gen-Impfstoff soll Abwehr aktivieren
Europäisches Projekt legt erste Ergebnisse vor

Haarnadel gegen HIV
Mimetika ahmen Protein nach, das bei der HIV-Vermehrung eine Rolle spielt

Dossiers zum Thema

AIDS - Auf der Suche nach der Wunderwaffe

Anzeige
Anzeige