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Sonntag, 29.05.2016
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Stammzellen sind gut für‘s Hirn

Alleskönner halten Gehirn gesund und aktiv

Viele Jahre haben Wissenschaftler spekuliert, warum es im Gehirn Stammzellen gibt, da es sich doch nur begrenzt regenerieren kann. Ein deutsches Team von Neurowissenschaftlern vertritt nun die Ansicht, dass diese Stammzellen das Gehirn vor allem gesund und aktiv erhalten.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

Der Hippocampus - die für das Lernen entscheidende Hirnregion - erfordert Veränderungen auf der Ebene der Zellen (Plastizität). Dieser Prozess ist sehr viel komplexer als die synaptische Plastizität, die an der Nahtstelle zwischen Neuronen in anderen Hirnregionen stattfindet.

Im Hippocampus eines Erwachsenen produzieren die Stammzellen während des ganzen Lebens neue Nervenzellen, ein Vorgang, den Forscher als „erwachsene Neurogenese“ bezeichnen. Geistige Aktivitäten und Sport stimulieren diesen Prozess.

Neue Neuronen als Notreserve


„Unsere Vorstellung ist“, so Professor Gerd Kempermann vom Zentrum für Regenerative Therapien in Dresden auf der größten neurowissenschaftlichen Tagung Europas in Genf, „dass neue Nervenzellen im Hippocampus es dem System ermöglichen, flexibel zu bleiben und auf die geistigen Anforderungen zu reagieren, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erlebt. Neue Neuronen könnten eine besondere Reserve ergänzen, die angesichts von Degeneration und Nervenzellverlust eine bessere Kompensation ermöglicht.“


Andererseits könnte ein Verlust der zellulären Plastizität möglicherweise zur Entstehung einiger psychiatrischer Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und Demenz beitragen, meint Kempermann. Die Stimulierung der adulten Neurogenese könnte deshalb ein Weg sein, diesen Erkrankungen entgegenzuwirken.

Ergebnisse auf den Menschen übertragbar?


„Neue Neuronen im adulten Hippocampus“, sagt Kempermann, "könnten eine Erklärung sein, weshalb geistige und körperliche Aktivität gut für das alternde Gehirn ist.“

Die Forscher arbeiteten bisher mit Mäusen. Beim Menschen weiß man über diese Prozesse nur sehr wenig. Kempermann ist aber zuversichtlich, dass dieselben regulatorischen Prinzipien auch für den Menschen zutreffen.
(idw - Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden, 16.07.2008 - DLO)