• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 21.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Düstere Zukunft der Ozeane

„Tag der Ozeane“ warnt vor nachhaltigen Veränderungen

Leergefischt, vollgemüllt und vergiftet - der Zustand der Weltmeere ist dramatisch. Anlässlich des internationalen „World Ocean's Day“, dem Welttag der Meere, warnen Wissenschaftler vor weiteren gravierenden Problemen wie der Versauerung durch den globalen Klimawandel. Diese Veränderungen im größten Lebensraum auf unserem Planeten werden auch für den Menschen nur schwer abschätzbare Konsequenzen haben.
Ozean

Ozean

Der stetig ansteigende Kohlendioxidgehalt der Erdatmosphäre führt nicht nur zu einer globalen Klimaerwärmung, sondern auch zu einer Versauerung des Ozeanwassers. "Diese Veränderung in der Chemie des Meerwassers verursacht nachhaltige Entwicklungsstörungen und Schäden an Kalkschalen bildenden Kleinstlebewesen, deren Konsequenzen noch weitestgehend unbekannt sind", hebt Ulf Riebesell, vom Leibniz- Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR hervor.

Bedrohte Tiefsee


Besonders bedroht ist nach Angaben von Greenpeace die Tiefsee, der größte Lebensraum der Erde, der jedoch weniger erforscht ist als der Mond. Jährlich wird dort mit Grundschleppnetzen, die auf der Jagd nach Granatbarschen und anderen am Meeresboden lebenden Fischen sind, eine Fläche von rund 1500 Quadratkilometern regelrecht abrasiert.

„Hier wird ein Lebensraum zerstört, der den Menschen noch größtenteils unbekannt ist“, sagt Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace. „Früher hat man vermutet, dass es in der Tiefe kein Leben gibt. Heute schätzt man die Artenvielfalt dort unten auf mehr als zehn Millionen. Jede Expedition bringt neues faszinierendes Leben an die Oberfläche. Doch jeder Fischzug mit einem Grundschleppnetz zerstört marines Leben aus hunderten oder gar tausenden von Jahren.“


Weitere unangenehme Überraschungen aus den oft noch unerforschten Weiten der Ozeane sind rasche Veränderungen von großräumigen Strömungssystemen wie beispielsweise dem Golfstrom. "Aus der Klimageschichte wissen wir, dass es hier schon häufiger zu starken Schwankungen in kurzen Zeiträumen von Jahrzehnten bis Jahrhunderten gekommen ist", erläutert Ralph Schneider vom Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts Universität. Auch in Zukunft wird durch das Abschmelzen von Eismassen eine Reaktion des ozeanischen Strömungssystems erwartet.

Risiko Methanhydrat


Weitere Risiken liegen in den Methanhydratvorkommen, die weite Teile der Kontinentalabhänge bedecken. Ansteigende Ozeantemperaturen können in einigen Bereichen dazu führen, dass Gashydrate instabil werden und sich auflösen. Dies kann zum einen Sedimentablagerungen destabilisieren und Hangrutschungen verursachen, die wiederum Tsuamis nach sich ziehen können. Zum anderen beschleunigt das unkontrollierte Ausgasen von Methan den Treibhauseffekt zusätzlich. "Solche "positive Rückkopplungen, die einen Prozess noch weiter verstärken, gibt es im Klimasystem häufiger", betont Mojib Latif vom IFM-GEOMAR.

Chance Rohstoffe


"Bei allen Risiken, die unser Ozean in Zukunft für uns bergen könnte, sollten wir aber auch die Chancen wahrnehmen", betont Klaus Wallmann, Sprecher des Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft". Rohstoffe aus dem Ozean sind ein wichtiges Zukunftsthema, dabei denken viele vielleicht an Öl, Kohle und Gasvorkommen. Kieler Forscher haben da ganz unterschiedliche Dinge im Auge: Kann Methanhydrat ein zukünftiger fossiler Energieträger sein?, wird unter Einbeziehung aller Risiken intensiv diskutiert, Wirkstoffe mariner Mikroorganismen können zukünftig in hochwirksamen Medikamenten Anwendung finden oder marine Erzlagerstätten, die eine Alternative zu den schwindenden terrestrischen Ressourcen darstellen könnten.
(Greenpeace, idw - Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel, 08.06.2006 - AHE)
 
Printer IconShare Icon