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Freitag, 30.09.2016
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Pluto-Vorbeiflug erfolgreich

Raumsonde New Horizons sammelte 21 Stunden an wertvollen Daten

Kurz vor drei Uhr heute Nacht war es soweit: Die NASA-Raumsonde New Horizons hat sich nach erfolgreichem Vorbeiflug am Pluto zurückgemeldet. 21 Stunden lang hat die Sonde zuvor Bilder und Daten vom bisher kaum erforschten Zwergplaneten gesammelt. Der historische erste Besuch eines Raumfahrzeugs im Plutosystem gilt als Meilenstein der Raumfahrt – und als wichtiger Schritt zur Erkundung des äußeren Sonnensystems.
Diese Aufnahme von hellen "Herz" des Pluto sendete New Horizons kurz vor ihrem Vorbeiflug.

Diese Aufnahme von hellen "Herz" des Pluto sendete New Horizons kurz vor ihrem Vorbeiflug.

Die Erleichterung war groß in der Missionszentrale im Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University in Maryland. Pünktlich zur erwarteten Zeit meldete sich New Horizons aus gut fünf Milliarden Kilometer Entferung von ihrem Vorbeiflug am Pluto zurück. Der Anruf zuhause bestand aus einer 15-minütigen Serie von Statusmeldungen, die den Wartenden verrieten, dass alles nach Plan gelaufen war. Die Übertragung eines Signals vom Pluto bis zur Erde dauert viereinhalb Stunden.

"New Horizons ist damit in die Fußstapfen von Planetenerkundungsmissionen wie Mariner, Pioneer und Voyager getreten", sagte Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder, der wissenschaftliche Leiter der Mission. "Während dieses Ereignis läuft und die spannendsten Erkenntnisse über Pluto noch vor uns liegen, hat damit eine neue Ära der Sonnensystem-Erkundung begonnen", kommentierte NASA-Manager John Grunsfeld. Die NASA sieht in diesem Vorbeiflug einen historischen Meilenstein der Weltraumforschung, denn der Pluto ist der fernste Himmelskörper, den je ein menschengemachtes Gefährt besucht hat.

Jubel im Kontrollzentrum der New Horizons-Mission heute Nacht.

Jubel im Kontrollzentrum der New Horizons-Mission heute Nacht.

21 Stunden Messungen – 16 Monate an Daten


Bis auf rund 12.000 Kilometer hat sich die Raumsonde dem Pluto bei ihrer Passage genähert und dabei mit Hilfe ihrer Kamera und verschiedenen Spektrometern so viele Daten wie möglich gesammelt. In dieser 21-stündigen Sammelphase herrschte Funkstille, weil New Horizons nur mit der Erde kommunizieren kann, wenn sie ihre Antennenschüssel gezielt der Erde zukehrt – diese Ausrichtung würde aber die Messungen stören und teilweise unmöglich machen.


Die Raumsonde hat bei ihrer Passage so viele Daten gesammelt, dass es 16 Monate dauern wird, sie alle zur Erde zurückzusenden. Währenddessen fliegt New Horizons weiter in den Kuipergürtel hinein – das Gebiet, in dem tausenden von eisigen Brocken unterschiedlichster Größe die Sonne umkreisen. Welche dieser Objekte New Horizons als nächste Ziele anvisieren soll ist noch nicht geklärt, über die weiter Flugbahn wird noch beraten.

Diese Falschfarben-Aufnahme enthüllt die zweigeteilte Natur des hellen Herzflecks auf Pluto (links)

Diese Falschfarben-Aufnahme enthüllt die zweigeteilte Natur des hellen Herzflecks auf Pluto (links)

Plutos "Herz" ist zweigeteilt


Bereits kurz vor ihrem historischen Vorbeiflug sendete New Horizons die bisher schärfsten Bilder des Pluto und seines Mondes Charon. Sie wurden mit Hilfe von drei Farbfiltern aufgenommen und machen dadurch die verschiedenen Oberflächenstrukturen und -farben besonders deutlich. Sie enthüllen, dass das helle "Herz" des Pluto in Wirklichkeit aus zwei ganz verschiedenen Bereichen besteht: einem westlichen, in den Falschfarbenaufnahmen hellbräunlich erscheinenden Gebiet und einem eher bläulichen, stärker strukturierten Teil.

Auch die nördliche Polkappe zeigt subtile Farbabstufungen, die auf verschiedenen Komponenten des Eises an der Oberfläche hindeuten, wie die Forscher berichten. "Diese Aufnahmen zeigen, dass Pluto und Charon wirklich komplexe Welten sind", erklärt Will Grundy vom Lowell Observatorium in Flagstaff. "Unser Team arbeitet so schnell es kann, um die Zusammensetzung der verschiedenen Oberflächen-Regionen zu identifizieren und mehr über die Prozesse herauszufinden, die diese Strukturen schufen."
(NASA/JHUAPL, 15.07.2015 - NPO)
 
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