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Globale Erwärmung bedroht Kaiserpinguine in der Antarktis
Rückgang des Eises lässt Kolonien drastisch schrumpfen
Wenn die globale Erwärmung weiter so fortschreitet wie bisher, könnten bis zum Jahr 2100 über 80 Prozent der Kaiserpinguine in der Antarktis verschwunden sein. Grund dafür ist ein drastischer Rückgang des Meereises rund um den Südpol. Dieses Fazit zieht ein internationales Forscherteam aus einer Simulationsstudie, in der es die Entwicklung der Eisbedeckung in der Antarktis vorausberechnet hat. Mit dem Verschwinden des Eises würden die Pinguine nicht nur ihre Brutplätze, sondern auch ihre Nahrungsgrundlage verlieren, mahnen die Wissenschaftler um Stephanie Jenouvrier von der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA. Sie stellen ihre Arbeit im Fachmagazin "Global Change Biology" vor.
Kaiserpinguine
Kaiserpinguine
© Michael Van Woert/ NOAA Kaiserpinguine
Rückgang hat bereits begonnen
Kaiserpinguine, die Stars des erfolgreichen Films "Die Reise der Pinguine", brüten fast ausschließlich auf von Meereis bedeckten Flächen und ziehen dort auch ihre Jungen groß. Verschwindet dieses Eis aufgrund steigender Temperaturen, hat das fatale Auswirkungen auf die Vögel. Das konnten Wissenschaftler beispielsweise bei einer Kolonie auf den antarktischen Dion-Inseln beobachten: Während es dort im Jahr 1970 noch mehr als 150 brütende Pinguin-Paare gab, hatte sich deren Zahl bis zum Jahr 1999 auf 20 Paare reduziert. 2009 schließlich war die Kolonie vollständig verschwunden.

Ausgangsfrage der Wissenschaftler bei der aktuellen Studie war daher, ob den restlichen Kaiserpinguinen ein ähnliches Schicksal droht. Sie konzentrierten sich dabei auf eine große Kolonie in Adélieland in der östlichen Antarktis, die heute aus etwa 3.000 brütenden Paaren besteht. Um möglichst verlässliche Vorhersagen zu erhalten, überprüften die Forscher zuerst 20 verschiedene Klimamodelle auf ihre Treffsicherheit, indem sie die vorhergesagte Entwicklung der Eisbedeckung im 20. Jahrhundert mit der tatsächlichen verglichen. Die am besten passenden Modelle wurden anschließend für die Simulation der künftigen Entwicklung verwendet. Dabei wurden speziell die Jahreszeiten berücksichtigt, in denen die Pinguine besonders auf eine dicke Eisschicht angewiesen sind.

Verlust von über 80 Prozent noch innerhalb dieses Jahrhunderts
Vorausgesetzt, die Treibhausgasemission steigt ähnlich schnell an wie bisher, würde die Zahl der Pinguine in Adélieland bis etwa ins Jahr 2040 langsam abnehmen, zeigte die Berechnung. Danach wird die Eisbedeckung wohl unter einen kritischen Schwellenwert sinken, was zu einem drastischen Rückgang der Pinguinpopulation führt, sagen die Forscher. Im Jahr 2100 wird es schließlich nicht mehr als 500 bis 600 brütende Paare geben, möglicherweise sogar noch deutlich weniger.

Neben dem Verlust der Brutflächen sind dafür auch Veränderungen der Nahrungskette verantwortlich, erläutert das Team. Pinguine ernähren sich vor allem von Fisch, Kalmaren und Krill. Diese Kleinkrebse wiederum fressen Plankton, das unter dem Meereis lebt. Verschwindet das Eis, verschwindet auch das Futter für die Krebschen und damit auch die Nahrungsgrundlage der Pinguine. Auf Dauer sind von diesen Verschiebungen jedoch nicht nur die Pinguine betroffen: Da die Veränderungen am Anfang der Nahrungskette stehen, werden mit der Zeit auch andere Tiere und schließlich auch der Mensch die Auswirkungen zu spüren bekommen, mahnen die Wissenschaftler. (doi: 10.1111/j.1365-2486.2012.02744.x)
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Umwelt, Antarktis, Adélieland, Klimawandel, Erwärmung, Meereis, Kaiserpinguine, Pinguinpopulation, Dion-Inseln
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