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Kein Platz für Flüsse, Auen und Moore?
2. Februar - Welttag der Feuchtgebiete
Anlässlich des heutigen Welttags der Feuchtgebiete haben Natur- und Umweltschützer einen engagierten Schutz von Flüssen, Auen und Mooren in Europa und ganz besonders in Deutschland gefordert. Der „World Wetlands Day“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wetlands, Biodiversity and Climate Change“ - Feuchtgebiete, Biologische Vielfalt und Klimawandel.
Ahlenmoor
Ahlenmoor
© Geoz / gemeinfrei Ahlenmoor
„Das Motto des Weltfeuchtgebietstages 2010 unterstreicht die Bedeutung des Erhalts von Feuchtgebieten im Rahmen des Klimaschutzes. Denn intakte Moore und Feuchtgebiete erfüllen wichtige ökologische Funktionen und spielen darüber hinaus als Kohlenstoff-Senken eine bedeutsame Rolle“, sagte Professor Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Hot Spots der biologischen Vielfalt
„Feuchtgebiete sind nicht nur Hot Spots der biologischen Vielfalt, sondern kommen den Menschen auf vielfältige Weise zugute, da sie Wasser speichern und damit den Abfluss von Hochwassern verzögern. Zusätzlich tragen Quellen, Flüsse, Moore, Seen und Auen zur Grundwasserreinigung und Grundwasserneubildung bei und sichern so die natürlichen Trinkwasservorräte“, so Jessel weiter.

33 Ökosysteme mit weltweiter Bedeutung
In Deutschland gibt es laut der Ramsar-Konvention, einem internationalen Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, 33 Ökosysteme mit weltweiter Bedeutung, wie etwa die Donau- und die Elbeauen, der Ammersee oder die Havelniederungen.

„Über dreißig Prozent aller Süßwasserfische und siebzehn Prozent aller Wasservögel gelten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht“, warnt Dorothea August vom WWF Deutschland. Mit den Amphibien steht durch stetig voranschreitende Lebensraumzerstörung und weltweite Seuchen sogar eine gesamte Tiergattung am Abgrund. Von den 6.285 erfassten Fröschen und Lurchen sind bereits 1.900 Arten in der höchsten Bedrohungskategorie der Roten Liste eingestuft. Sie stehen damit kurz vor der Ausrottung, so August weiter.

Projekt Donau
Ein Flusssystem von Bedeutung für ganz Europa ist laut dem WWF beispielsweise die über 2.800 Kilometer lange Donau, die sich von Deutschland bis ins Schwarze Meer erstreckt. In den letzten 15 Jahren hat die Umweltschutzorganisation an der Unteren Donau in Rumänien und Bulgarien Renaturierungen und den Schutz von über 50.000 Hektar Auenflächen und Feuchtgebieten umgesetzt. Die Region ist die Heimat zahlreicher seltener Tierarten, wie etwa Pelikan, Schwarzstorch, Europäische Sumpfschildkröte oder Fischotter.

Projekt Mittlere Elbe
An der Mittleren Elbe nahe Dessau hat der WWF zudem gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt im Jahr 2009 eine der größten Deichrückverlegungen Europas - im Rahmen eines seit 2001 laufenden Naturschutzgroßprojekts - gestartet. Wesentliches Ziel ist, so der WWF, der langfristige Schutz und die Wiederherstellung einer intakten, naturnahen und waldreichen Überflutungsaue an der Mittleren Elbe.

Während für die Anwohner der Region die Gefahr von Flutkatastrophen gemindert wird, profitieren seltene Arten wie etwa der Elbebiber von der geplanten Verbesserung ihres Lebensraums.

Moore als Refugien der Artenvielfalt
Besondere Aufmerksamkeit für Moore hat dagegen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Rahmen des Weltfeuchtgebietstages gefordert und bei der Bundesregierung ein Programm zur Renaturierung dieser Gebiete angemahnt. Hierzulande seien bereits 99 Prozent aller Moore mit einer Gesamtfläche von 1,5 Millionen Hektar ökologisch tot. Meist habe man sie für land- bzw. forstwirtschaftliche Nutzungen entwässert.

Ihre wichtigen ökologischen Funktionen als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen und als CO2-Speicher hätten sie so verloren. Aus entwässerten Mooren entweichen in Deutschland laut dem BUND jährlich fast 40 Millionen Tonnen CO2, was etwa einem Viertel der Emissionen des Verkehrs entspricht. Intakte Moore schützen aber laut dem BUND vor Hochwasser. Sie speichern Niederschläge und halten sie zurück. Wegen ihrer Filterfunktion für das Wasser werden sie auch „Nieren der Landschaft“ genannt.

Moorschutz ist Klimaschutz
„Moorschutz ist Biodiversitäts- und Klimaschutz in einem. Moore sind Lebensraum für viele vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen wie zum Beispiel seltene Libellenarten oder das Moorveilchen. Dennoch gibt es weder ein bundesweites Konzept zum Moorschutz noch Pläne zu ihrer Wiedervernässung“, so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Im Internationalen Jahr der Biodiversität müssten die Bundesländer mehr für die Erhaltung der Moore tun. Entsprechende Bemühungen von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Bayern seien nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.
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