Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

90° Süd
Kampf ums Überleben

Nach der Überwinterung brechen beide Teams im Frühjahr 1911 zu ihrem Wettlauf zum Pol auf, Amundsen am 19. Oktober 1911, Scott am 1. November.

Amundsens Team am Pol 
Amundsens Team am Pol
© Antarctic Philately
Amundsens Team legt die Strecke bis zum 85 Breitengrad in Windeseile zurück, die Männer auf Skiern und die Hunde vor die Vorratsschlitten gespannt. Schon am 16. November erreichen sie den Fuß der Bergkette, über die sie auf das 3000 Meter hohe Polarplateau vordringen müssen. Bis zum Pol sind es von hier aus noch rund 500 Kilometer. Aber dieser Abschnitt hat es in sich. Der Aufstieg über den steilen und zerklüfteten Axel-Heiberg-Gletscher kostet Menschen und Hunde enorme Kräfte. Am 20 November erreichen sie zwar das 3600 Meter hohe Plateau, müssen aber die 24 schwächsten ihrer 46 Hunde töten, und werden zudem von einem tagelang wütenden Schneesturm aufgehalten.

Zur gleichen Zeit ist Scott noch immer auf dem Weg zum Beardsmore-Gletscher, dem von ihm gewählten Zugang zum Polarplateau. Durch die einsinkenden Ponies gehandicapt und von Schneestürmen aufgehalten, erreichen er und seinen Begleiter am 9. Dezember den Fuß des gewaltigen Eistroms, der zu dieser Zeit der größte aller bekannten Gletscher der Antarktis ist. Obwohl die geschwächten Pferde geschlachtet werden müssen und die Huskies im Gegensatz zu Männern und Pferden die einzigen sind, die bisher kaum gelitten haben, entschließt sich Scott, die Hundegespanne zurückzuschicken. Damit besteht Scotts Team nur noch aus 12 Männern, die ihre Schlitten jeden Zentimeter des langen Wegs zum Pol selber ziehen müssen.

Während sich Scotts Gruppe noch mühsam den Weg den langen Gletscher hinauf bahnt, hat Amundsen bereits Shackletons "südlichsten Punkt" von 1907 überschritten. Das Hundeschlittenteam kommt trotz Schneesturm gut voran und nähert sich unaufhaltsam seinem Ziel: 90 Grad Süd. Am 14.Dezember 1911 ist es soweit: Amundsen und seine vier Begleiter hissen die norwegische Flagge am Südpol. Ironie des Schicksals: Eigentlich hattte Amundsen immer nur zum Nordpol gewollt, er schreibt abends in sein Tagebuch: "ich kann nicht sagen, dass damit das Ziel meines Lebens erreicht war...Die Gegend um den Nordpol hat mich seit meiner Kindheit angezogen, und nun war ich hier am Südpol. Kann man sich etwas Verdrehteres vorstellen?"

Für Scott ist das Rennen damit verloren, ohne dass er es ahnt. Während Amundsen und sein Team bereits glücklich mit zwei Schlitten und 16 gesunden Hunden den Heimweg antreten, erreichen Scott und seinen Begleiter am Silvestertag den 87 Breitengrad. Sie sind noch 320 Kilometer vom Pol entfernt und bereits jetzt fast am Ende ihrer Kräfte. Jeder der Männer hat einen 90 Kilogramm schweren Schlitten zu ziehen und die Nahrung reicht gerade eben, um nicht zu verhungern, eine Stärkung bedeutet sie nicht.

Böse Überraschung am Ziel
Am 15. Januar 1912, einen Tagesmarsch vom Pol entfernt, notiert Scott in seinem Tagebuch: "Jetzt müssten wir es geschafft haben." Dies sollte die letzte hoffnungsvolle Eintragung Scotts bleiben. Schon am Nachmittag des nächsten Tages sind alle ihre Hoffnungen zerstört. Von weitem sehen sie bereits Schlittenspuren und das verlassene Camp der Norweger. "Das sagte uns alles. Es ist eine furchtbare Entäuschung. ..Jetzt liegt der Heimweg vor uns und es wird ein verzweifelter Kampf. Ich frage mich, ob wir es schaffen werden."

Sie sollten es nicht schaffen. Am 17. Februar 1912 erreichen sie den Fuß des Beardmoregletschers, doch Evans, der scheinbar kräftigste der fünf, bricht zusammen und stirbt. Einen Monat später sucht Oates in einem Schneesturm den sicheren Tod. Die restlichen drei Männer versuchen zermürbt von Hunger, Kälte und Anstrengung ihr "Ein-Tonnen-Depot" auf dem Schelfeis zu erreichen - vergeblich. Ein Schneesturm zwingt sie zu lagern, und nach einer Woche sind die Vorräte aufgezehrt. Alle drei sehen dem Hunger- und Kältetod entgegen. Am 29. März 1912 macht Scott seinen letzten Tagebucheintrag: "Wir können jetzt nicht mehr auf Besserung hoffen....Wir werden immer schwächer und das Ende kann nicht mehr fern sein. Es ist schade, aber ich kann nicht mehr weiterschreiben. R.Scott."

Das Zelt mit den drei Leichen findet ein Suchtrupp erst im darauffolgenden Frühling - sie waren nur 18 Kilometer vom rettenden Nahrungsdepot entfernt gestorben.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Antarktis
Am eisigen Ende der Welt
Der südliche Zwilling...
Frühe Vorstellungen vom Südkontinent
Auf der Suche nach dem Südland
James Cook und die ersten Entdecker
Vulkane, Schelfeis und zwei Schiffe
Die Expeditionen des James Ross
Hungern und Frieren für Ruhm und Ehre
Auf dem Weg zum Südpol
Der Wettlauf zum Pol
Die erste Etappe
90° Süd
Kampf ums Überleben
Eine neue Ära der Polarforschung
Die Technik hält Einzug
Steckbrief
Die Antarktis in Zahlen
Kooperation statt Kolonien
Der Antarktisvertrag
Wissenschaft statt Militär
Die Kernaussagen des Vertrags
Bewahren statt Ausbeuten
Naturschutz in der Antarktis
Labor des Klimawandels
Die Antarktis als Anzeiger für globale Erwärmung
Testfeld für den Weltraum
Mikroben im Eis als Modell für Leben im All?
Top-Diaschauen
Olympische Winterspiele
Dunkle Materie
Smart Plastics
Planeten
Influenza
Aktuelle Dossiers
Dschungel ohne König
Asiens letzten 3.200 Tigern droht ohne radikalen Schutz der Garaus
Die Molekül-Sortierer
Neue Formen des Recyclings für den Rohstoff-Bedarf von morgen
Schimpansen - der Film und die Realität
Ein Blick auf Forschung und Forscher hinter dem Disney-Naturfilm
Warten auf das solare Maximum
Die Aktivität unserer Sonne und ihre Kapriolen
HPV: Impfung gegen Krebs
Was bringt die Schutzimpfung gegen das Humane Papillomavirus?
Grüne Gentechnik
Von den Kartoffeln der Inkas zum Gen-Soja
Vögel, die auf Städte fliegen
Wie passen sich Amsel, Meise und Co. an das urbane Leben an?
Die große Flut
Forscher enträtseln die Urzeit-Katastrophe am Mittelmeer
Stadt, Land, Leere
Der demografische Wandel und die Folgen
Nanopartikel
Die unsichtbaren Helfer und ihre Schattenseiten