Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Reifezeit
Die letzten Jahre

"Die Hauptarbeit meines Lebens" ist nach Darwins eigenen Worten die Entstehung der Arten. Ihre Kernaussagen - die Vertreter einer Art weisen individuelle Unterschiede auf, die erblich bedingt sind -, liefern die Grundlage für die natürliche Zuchtwahl, in denen "der Tüchtigste" überlebt.

Charles Darwin 
Charles Darwin
© University of Texas
Eine heftige wissenschaftliche Diskussion entbrennt, die ungefähr zehn Jahre andauern wird, und die alle Elemente des Darwinschen Gedankengebäudes ins Kreuzfeuer der Kritik rückt. Der Artbegriff, die natürliche Zuchtwahl, "Survival of the fittest" - Darwin hat sich lange und gründlich auf diese Kontroversen vorbereitet und setzt sich letztlich durch. Nach besagten zehn Jahren ist seine Theorie über die Entstehung der Arten in der wissenschaftlichen Welt anerkannt.

Während er in "The Origin of Species" noch mit keinem Wort auf die Herkunft des Menschen eingegangen ist, veröffentlicht er nun im Jahr 1871 "Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl" als konsequente Weiterführung seines Hauptwerks.

Die Vorstellung, dass Tier und Mensch das Endergebnis der Gesetzmäßigkeiten der Evolution und damit verwandte Lebewesen sind, ist (nicht nur) für viele Zeitgenossen Darwins eine abstruse Vorstellung.

Karikaturisten jener Zeit haben ihre helle Freude, und Darwin und seine Anhänger werden zu beliebten Motiven, zum Beispiel von "Punch" - Darwin als Wesen mit Affenkörper in von den Händen gestützter Fortbewegung, Darwin, wie er sich auf einer Feierlichkeit mit einem gut gekleideten und grinsenden Gorilla unterhält, Darwin als Wurm...

Darwin läßt sich nicht beirren. Er arbeitet kontinuierlich weiter und veröffentlicht 1872 "Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei den Menschen und den Tieren". Ein Jahr vor seinem Tod folgt seine Autobiographie und "Die Bildung der Ackererde durch die Würmer".

Am 19. April stirbt der 71-jährige Darwin in Down House an Herzversagen. Familie, Freunde und die wissenschaftliche Welt erweisen ihm in Westminster Abbey die letzte Ehre.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Charles Darwin
Leben ist Veränderung
Erste Jahre eines jungen Naturforschers
(K)ein grader Lebensweg
Einmal um den Globus
Die Reise mit der Beagle
Das Laboratorium der Evolution
Geschichte der "verzauberten Inseln"
Was Darwin auf den Inseln entdeckte...
Endemische Tierwelt
Meeresechsen
Wechselwarme Taucher
Darwin-Finken
Revolution der Wissenschaften
Was Darwin nicht sah ...
Die Unterwasserwelt
... der letzte seiner Art
Gefährdungen des Archipels
Nach der großen Fahrt
Familienleben und ländliches Idyll
Das viktorianische Weltbild
Spiegel des wissenschaftlichen Denkens
Die Entstehung der Arten
Eine Veröffentlichung verändert die wissenschaftliche Welt
Reifezeit
Die letzten Jahre
Kurzgefasst
Glossar
und mehr...
Zum Weiterlesen
Links und Literatur
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen