Wärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, viele Hitzerekorde 2016 bricht erneut Klimarekorde - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, viele Hitzerekorde

2016 bricht erneut Klimarekorde

Nahezu jedes Jahr gibt es neue Klimarekorde - momentan scheint die globale Erwärmung kaum zu bremsen. © Romolo Tavani/ thinkstock

Kein Ende in Sicht: 2016 wird das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen – und setzt damit den Trend der Klimarekorde fort. Die globale Erwärmung hat in diesem Jahr schon 1,2 Grad über den vorindustriellen Werten erreicht, wie die World Meteorological Organization (WMO) berichtet. In Asien und im Nahen Osten gab es zudem lokale Hitzerekorde von über 50°C und auch die CO2-Werte erreichten neue Höchststände.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts klettern die Temperaturen auf einen Höchststand nach dem anderen. 2014 und 2015 brachen gleich mehrere Klimarekorde, von Temperaturen über die Meeresspiegel und Eisschmelze bis zu den CO2-Werten. Auch für 2016 kündigte sich dies schon an.

Schon 1,2 Grad drüber

Jetzt ist es amtlich: 2016 wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit das wärmste Jahr seit Beginn der Klimaaufzeichnungen. Die globale Erwärmung liegt für dieses Jahr bei 1,2 Grad über den vorindustriellen Werten, wie die World Meteorological Organization (WMO) jetzt berichtet. Passend zum in Marrakesch stattfindenden Weltklimagipfel COP22 hat sie eine erste Bilanz des diesjährigen Klimas gezogen.

„Ein neues Jahr, ein weiterer Rekord“, konstatiert WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. „Die hohen Temperaturen, wie wir 2015 gesehen haben, werden 2016 noch übertroffen.“ Damit liegen nun 16 der 17 wärmsten Jahre der Geschichte im 21. Jahrhundert. Zwar wirkte sich am Anfang dieses Jahres noch der starke El Nino auf die Temperaturen aus, das zweite Halbjahr 2016 war aber ebenfalls wärmer als normal.

Hitzerekorde bis 54°C

Begleitet wird dies von zahlreichen lokalen Hitzerekorden. Vor allem in Asien und im Nahen Osten kletterten die Thermometer in diesem Sommer in fast schon erschreckende Höhen. In Thailand wurde Ende April mit 44.8°C ein neuer nationaler Rekord erreicht, Indien erlebte im Mai einen Hitzerekord mit 51°C. Die höchste Temperatur in ganz Asien erlebte im Juli die Stadt Mitribah in Kuweit mit 54°C.

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Temperaturanomalien für die Zeit von Januar bis September 2016 © WMO/ UK Met Office, CRU

Aber auch die Durchschnitts-Temperaturen lagen in einigen Regionen weit über dem globalen Mittelwert: „In Teilen des arktischen Russland lagen die Temperaturen um sechs bis sieben Grad über dem Langzeit-Durchschnitt“, berichtet Taalas. Viele andere arktische und subarktische Gebiete, darunter in Alaska und Nordwest-Kanada waren drei Grad wärmer als der Rest der Welt. Nur Teile von Argentinien, Paragua und Bolivien blieben 2016 leicht unter dem globalen Mittel.

„Wir sind es eigentlich gewöhnt, Temperaturrekorde in Bruchteilen von Grad zu messen – das hier ist wirklich etwas ganz Anderess“, sagt Taalas.

Neue Rekorde auch beim CO2

Der WMO-Bericht bestätigt auch neue Höchstwerte beim CO2-Gehalt der Atmosphäre. 2016 liegt der Jahresmittelwert erstmals über der Schwelle von 400 parts per million (ppm). Neue Rekordhöhen des Treibhausgases wurden im Mai 2016 auf Hawaii gemessen: Die CO2-Werte kletterten erstmals auf 407,7 ppm. Einer der Gründe ist die bei Wärme nachlassende Pufferwirkung der Landpflanzen, wie gestern erst Forscher berichteten.

In den Ozeanen schreitet der Klimawandel ebenfalls voran, so die WMO. Allerdings trugen in diesem Jahr die Auswirkungen des El Nino vor allem zu Jahresbeginn stark dazu bei. Die Erwärmung des Wassers führte in vielen Meeresgebieten zu verstärktem Korallensterben, im Great Barrier Reef starben nach Angaben der Forscher bis zu 50 Prozent der Korallen.

Klimarekorde des Jahres 2016 und ihre Folgen© WMO

Hurrikan, Überschwemmungen, Feuer

„Wegen des Klimawandels hat sich auch die Häufigkeit und Stärke von Wetterextremen erhöht“, berichtet Taalas. „Früher einmal pro Generation vorkommende Hitzewellen oder Überflutungen ereignen sich jetzt regelmäßig.“ Besonders schwerwiegend war im Oktober 2016 der Hurrikan Matthew in der Karibik und dem Süden der USA. Insgesamt gab es in diesem Jahr bisher 78 Wirbelstürme.

Ebenfalls gravierend waren eine der schwersten Sommer-Überschwemmungen entlang des Jangtse in China, Hochwasser und Erdrutsche in Sri Lanka im Mai. Der Niger stieg durch ungewöhnlich starke Regenfälle in Mali auf seinen höchsten Stand seit 50 Jahren, wie die WMO berichtet. Kanada erlebte im Mai 2016 den schlimmsten Waldbrand seiner Geschichte. Das Feuer zerstörte 590.00 Hektar Wald und 2.400 Gebäude der Stadt Fort McMurray.

Schwere Dürren gab es 2016 in gleich mehreren Regionen der Welt – auch dies in Teilen eine Folge des El Nino. Vor allem der Süden Afrikas hat in diesem Jahr schon seine zweite regenarme Saison erlebt, wie die Forscher berichten. Schon jetzt schätzt die Welternährungs-Organisation FAO, dass dort im nächsten Jahr 17 Millionen Menschen unter Missernten leiden und Hilfe benötigen werden.

(World Meteorological Organization WMO, 16.11.2016 – NPO)

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