Natürlicher Inhaltsstoff im Lolli tötet Karieserreger gezielt ab Süßer Lutscher gegen Karies - scinexx | Das Wissensmagazin
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Natürlicher Inhaltsstoff im Lolli tötet Karieserreger gezielt ab

Süßer Lutscher gegen Karies

Forscher Shi mit Anti-Karies-Lutschern © UCLA

Ausgerechnet eine Süßigkeit könnte dazu beitragen, unsere Zähne gesünder zu erhalten und vor Karies zu schützen. Ein amerikanischer Mikrobiologe hat einen zuckerfreien Lolli entwickelt, der ein natürliches Gegenmittel gegen den Karieserreger Streptococcus mutans enthält – und gut schmecken soll er auch noch.

Begonnen hat alles vor acht Jahren, als der Mikrobiologe Wenyuan Shi von der Universität von Kalifornien in Los Angeles den zahnzerstörenden Mikroben den Kampf ansagte. Seine Vision: Die schädlichen Bakterien unter den mehr als 700 verschiedenen Bewohnern des menschlichen Mundes zu identifizieren, zu bestimmen, ob sie in einem Mund vorhanden sind und sie dann zielgerichtet mit „Smart Bombs“, maßgeschneiderten Gegenmitteln abzutöten, ohne dabei auch die nützliche Mundflora mit zu vernichten.

Jetzt ist der Forscher seinem Ziel immerhin einen Schritt näher gekommen. Denn in einer Fabrik in Grand Rapids, Michigan, rollen mittlerweile jeden Tag tausende von Shis „Smart Bombs“ für den amerikanischen Markt vom Band: Lutscher, die gezielt gegen einen der berüchtigten Karieserreger, Streptococcus mutans, wirken. Die nach Orange schmeckenden, zuckerfreien Lutscher enthalten einen natürlichen Wirkstoff aus der Süßholzwurzel, die das Bakterium abtöten, ohne dabei die andere Mundflora zu beeinträchtigen.

Für Shi allerdings ist dieser Anti-Karies-Lolli nur ein erster Schritt auf seinem Feldzug gegen schädliche Bakterien. Er arbeitet bereits an einem Schnelltest, mit dem die Karieserreger im Mund sofort nachgewiesen werden können. „Ein Teil meines wilden Traumes ist es, dass wir eines Tages zum Zahnarzt gehen und einfach eine Speichelprobe abliefern ähnlich wie bei anderen Ärzten Urin oder Blutproben“, so der Professor für Zahnmedizin. Aufgrund der Probe könnte dann gezielt entsprechende Gegenmaßnahmen gegen die Erreger ergriffen werden. Shi jedenfalls plant bereits weitere Mittel gegen Mikroben in Ohr, Nase und Bauch.

(University of California, Los Angeles., 06.02.2008 – NPO)

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