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Strahlung, Gase und Turbulenzen

Die Forschung im Schneefernerhaus

Heute kommen keine Wanderer mehr durch den schmalen Fußgänger-Tunnel, der unter Fels und Eis verläuft und die österreichische Seite des Zugspitzmassivs mit der deutschen Seite verbindet. Sie würden auch nicht mehr in einem Luxushotel wieder ans Licht treten: Die eiserne Tür öffnet sich vielmehr in die Eingangshalle der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, und im Tunnel selbst sind heute Versorgungsrohre und -leitungen verlegt.

Das Schneefernerhaus-Observatorium mit aktivem LIDAR © gemeinfrei

Pollen, Strahlung und Sickerwasser

Wer mehrere hundert Meter in den Tunnel hineinwandert, betritt Forschungsgebiet – dort untersuchen Wissenschaftler der TU München und des Helmholtz Zentrums München unter anderem die Schadstoffe im Sickerwasser. Denn im Schneefernerhaus ist heute alles auf die Forschung ausgerichtet.

Ein Unternehmen testet den Verschleiß verschiedener Sonnen-Paneele in den harschen Wetterbedingungen auf der Zugspitze, es gibt Anlagen, die Pollen sammeln, Luft einziehen und auf Spurengase sowie Aerosole untersuchen, Messeinrichtungen, die die atmosphärischen Turbulenzen wahrnehmen, die Strahlung der Sonne aufzeichnen und ein Observatorium mit einem Lidar zur Bestimmung des Wasserdampfgehalts und der Temperatur in Höhen bis zu achtzig Kilometern.

Um die Atmosphärenmessungen nicht zu verfälschen, wird die Schneefräse mit Muskelkraft geschoben. Abgase würden die sensiblen Messungen stören. © M. Neumann/ UFS GmbH

Geforscht wird bei jedem Wetter

Till Rehm von der Betriebsgesellschaft UFS lächelt: „Die einen hätten gerne dichte Wolken, die anderen klare Sicht – wir machen also bei jedem Wetter Forscher glücklich“. Gemeinsam mit fünf Kollegen kümmert er sich um den Betrieb der Station, kontrolliert die Geräte, beispielsweise nach einem Stromausfall, und steht mit den Wissenschaftlern in Kontakt, die in Deutschland verstreut arbeiten und die Daten von der Zugspitze empfangen.

Zur Arbeit gehört auch, im Winter zumindest Laufwege durch die mannshohen Schneeschichten auf den Außenterrassen zu fräsen. „Mit einer extra entwickelten Schneefräse ohne Dieselantrieb“, betont er. Die Dieselabgase würden es den Wissenschaftlern schwer machen, die Spurengase in der ansonsten reinen Luft zuverlässig zu analysieren. Die Betriebsgesellschaft hat sogar ein Patent für die Schneefräse – „aber es gibt ja leider nur wenige Orte, an denen eine Schneefräse mit Akku absolut notwendig ist …“

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Manuela Braun / DLR Magazin
Stand: 05.12.2014

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Gipfelstürmer fürs Klima
Zu Besuch in der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze

Forschung im "Vogelnest"
Die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

Mondäne Vergangenheit
Vom Luxushotel zur Forschungsstation

Strahlung, Gase und Turbulenzen
Die Forschung im Schneefernerhaus

Infrarotspäher auf dem Gipfel
Atmosphärenforschung mit GRIPS

Voll vernetzt
Von der Station zum virtuellen Alpenobservatorium

Diaschauen zum Thema

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