Säbelzahnkatzen machten auch Deutschland unsicher - scinexx | Das Wissensmagazin
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Säbelzahnkatzen machten auch Deutschland unsicher

Wichtige Fossilienfundstellen

Asphaltgrube im Herzen von Los Angeles © gemeinfrei

Obwohl Überreste von Säbelzahnkatzen mittlerweile auf allen Kontinenten außer Australien und der Antarktis gefunden worden sind, gelten mindestens zwei Orte als besonders wichtige Anlaufstelle für Paläontologen, die sich mit den „Ikonen“ der Eiszeit beschäftigen.

Smilodons in der Falle

Zum einen ist das Rancho La Brea inmitten der kalifornischen Großstadt Los Angeles. In den vielen mit natürlichem Asphalt gefüllten Gruben hat man mittlerweile über 160.000 Knochen von Säbelzahnkatzen entdeckt. Wissenschaftlern gehen davon aus, dass dort zwischen 40.000 und 10.000 Jahren vor heute mindestens 2.500 Tiere der Art Smilodon fatalis in den Teergruben versunken und für die Nachwelt konserviert worden sind. Kein Wunder, dass Smilodon schon vor Jahren zum Staatsfossil von Kalifornien ernannt worden ist.

Tiere in der Falle: Lebenswelt an der Asphaltgrube © gemeinfrei

Zusammen mit den Säbelzahnkatzen gingen damals Mammuts, Reptilien, aber auch Insekten und Pflanzen in die überdimensionale Falle. Und nicht zu vergessen auch das Riesenfaultier Paramylodon harlani, dem vermutlich der trottelige Sid in den Ice Age-Filmen nachempfunden wurde.

Homotherium in der Friesenhahn-Höhle

Die andere wichtige Fossilienfundstelle in Sachen Säbelzahnkatzen ist die Friesenhahn-Höhle in der Nähe von San Antonio im U.S. Bundesstaat Texas. Hier hat man die Überreste von 13 jungen und 20 erwachsenen Tieren von Homotherium gefunden – ebenfalls zusammen mit den Relikten von zahlreichen Mammuts. Dies legt aus Sicht der Forscher die Vermutung nahe, dass zumindest der Nachwuchs der Dickhäuter auf der Speisekarte der Säbelzahnkatzen ziemlich weit oben stand.

Auch Deutschland als Heimat

Auch in Deutschland waren Säbelzahnkatzen keine Seltenheit. Hier lebten etwa im Einzugsbereich des Ur-Rheins vor zehn Millionen Jahren gleich mehrere Arten der „Eiszeitbestien“. Dazu gehörten Machairodes aphanistus, Paramachairodus ogygius und Homotherium crenatidens. 600.000 Jahre alte fossile Knochen der Tiere wurden unter anderem in Mosbach Sanden bei Wiesbaden entdeckt. Sogar bis zu 8,5 Millionen Jahre alt oder mehr sind die versteinerten Relikte aus Eppelsheim und Dorn-Dürkheim in Rheinland-Pfalz.

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Alle diese Funde haben Paläontologen weltweit einen entscheidenden Schritt weiter gebracht. Mittlerweile weiß man nicht nur eine ganze Menge über das Aussehen der Tiere, sondern auch über das Leben und die Verhaltensweisen der Säbelzahnkatzen.

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Stand: 07.08.2009

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Säbelzahnkatzen
Eiszeitbestien oder Schmusekätzchen?

Eiszeitjäger in Nordseeland
Fischer „angeln“ fossile Knochen

Tiger oder Katze?
Die Verwandtschaftsverhältnisse von Smilodon und Co.

Säbelzahnkatzen machten auch Deutschland unsicher
Wichtige Fossilienfundstellen

Killer oder Weichei?
Neues über die Beißkraft von Säbelzahnkatzen

Tod auf einen Biss
Säbelzahnkatzen waren Bestien

Säbelzahnkatzen liebten Teamarbeit
Smilodons waren gemeinsam stark

Spezialisierung als Todesurteil?
Theorien zum Aussterben der Säbelzahnkatzen

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