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Samstag, 23.09.2017
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Not macht erfinderisch – auch bei Vögeln

Saatkrähen entpuppen sich als geschickte Werkzeugmacher

Auch Saatkrähen können Werkzeuge nutzen und anfertigen – wenn es nötig ist um an Futter zu kommen. Das zeigen Experimente britischer Forscher. Bisher niemals im Freiland beobachtet, waren die Vögel fähig, Gegenstände zu modifizieren und sogar zwei Werkzeuge nacheinander gezielt einzusetzen. Das berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“.
Saatkrähe

Saatkrähe

In einer Reihe von Experimenten lernten Saatkrähen, einen Stein so fallen zu lassen, dass er eine Plattform zum Einsturz brachte und so das Futter freigab. Im Laufe der Versuche entwickelten sie dabei die Fähigkeit, selbstständig die richtige Steingröße und Form ohne weiteres Training auszuwählen. „Diese Beobachtung ist bemerkenswert, weil wildlebende Krähen keine Werkzeuge zu benutzen scheinen“, erklärt Chris Bird, Leiter der Studie von der Universität Cambridge. „Trotzdem machen sie sogar regelmäßigen Werkzeugmachern wie den Schimpansen oder den neukaledonischen Geradschnabelkrähen Konkurrenz, wenn wir sie in Gefangenschaft testen.“

Beleg für echte Einsicht


Bei freier Werkzeugwahl zeigten sie sich auch als äußerst flexibel: Wenn das passende Gerät außer Reichweite war, suchten sie sich etwas anderes und angelten damit nach dem benötigten Werkzeug. Damit belegten sie die Fähigkeit, auch mehrere Objekte nacheinander zum Erreichen eines Zieles einsetzen zu können. In einem anderen Versuch bogen sie sich einen Haken aus einem geraden Stück Draht zurecht, um damit das Futter aus einem engen Röhrchen angeln zu können.

„Wir sind der Ansicht, dass dies der erste eindeutige Beweis für eine echte Einsicht ist“, erklärt Nathan Emery von der Queen Mary University of London, in dessen Labor die Tests stattfanden. „Denn die Krähen erstellten den Haken gleich beim ersten Versuch, und wir wissen, dass sie keinerlei frühere Erfahrungen mit der Herstellung von Hakenwerkzeugen haben konnten, da sie alle mit der Hand aufgezogen waren.“


Nebenprodukt höherer Intelligenz?


Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit der Saatkrähen, Werkzeuge zu nutzen und ihre nützlichen Eigenschaften zu erkennen, eher ein Nebenprodukt einer höher entwickelten Form von physischer Intelligenz sein könnte. Dies stellt einen Gegensatz zu den Fähigkeiten der neukaledonischen Krähen dar, bei denen sich der Werkzeuggebrauch vermutlich gezielt als Anpassung an ihre Umwelt entwickelt hat.


Video
einer Krähe, die einen Haken herstellt um an Futter zu kommen.
(University of Cambridge, 26.05.2009 - NPO)
 
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