Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Sonntag, 14.03.2010
Tiefste Lebensform der Erde entdeckt
Zellwandbestandteile als Indizien für Mikroben in Erdöl aus 2.000 Metern Tiefe
Ein deutsch-australisches Forscherteam hat erstmals Indizien für mikrobielles Leben in mehr als 2.000 Metern Tiefe entdeckt. Sie wiesen Phospholipid-Fettsäuren in einem tiefen Erdöl-Reservoir nach, die auf den biologschen Abbau des Erdöls durch Mikroben hindeuten. Die Entdeckung wurde im Journal „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

Erdöl-Bohrmeissel
Erdöl-Bohrmeissel
© GFDL Erdöl-Bohrmeissel
„Die ‚tiefe Biosphäre’ ist ein sehr wichtiges Forschungsthema, da noch sehr wenig über die Identität und Funktion ihrer Mikroben bekannt ist, ihre Aktivität jedoch möglicherweise einen großen Einfluss hat auf verschiedene biogeochemische Kreisläufe und somit auch auf unser Klima“, berichtet Christian Hallmann vom Institut für Geologie und Mineralogie der Universität zu Köln, der zur Zeit in den Vereinigten Staaten am Massachusetts Institute of Technology (MIT) beschäftigt ist.

Zusammen mit seinem Kölner Kollegen Lorenz Schwark und Professor Kliti Grice von der Curtin University of Technology in Perth wies er die Präsenz von Phospholipiden in Erdöl aus 2.00 Metern Tiefe nach. Diese organischen Verbindungen sind unter anderem wichtige Zellwandbestandteile von Mikroorganismen und deuten daher auf die Präsenz von lebendige Bakterien in den Ölen hin. Sie könnten für den biologischen Abbau des Öles verantwortlich sein.

„Unsere Daten belegen die bisher tiefste mikrobielle Aktivität in Sedimenten bis zu 2.000 Metern Tiefe und eines Alters bis 145 Millionen Jahre“, so Hallmann. „Dieser erste Fund von PLFA in Ölen eröffnet neue Möglichkeiten für zukünftige Studien der tiefen Biosphäre“.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Tiefe Biosphäre, Erdöl, Mikroben, Mikroorganismen, Tiefe, Biogeochemie, Geochemie, Erdöllagerstätten, Phospholipide, Erdkruste, Bohrung, Lagerstätte
Weitere News zum Thema
Paradox: Arktis-Bakterien lieben es heiß (19.01.2010)
Molekulare Spurensuche im arktischen Sediment enthüllt Ursprung der Mikroben
Wimmelndes Leben in ozeanischer Wüste (21.07.2009)
Sauerstoffatmende Bakterien in Tiefsee-Sediment des Südpazifik entdeckt
Gewaltiger Mikrokosmos im Meeresboden (22.07.2008)
Mikrobenmenge entspricht 90 Milliarden Tonnen Kohlenstoff
Bakterien lieben Erdbeben? (27.04.2007)
Erforschung von seismisch bedingter Gasfreisetzung in Störungszonen
Methangas macht Mikroben munter (20.04.2007)
Leben unter dem Meer dank anaerober Methanoxidation
Suche
Erweiterte Suche
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Diaschauen zum Thema
Gesteine
Bohrtechnik
Dossiers zum Thema
Tiefe Biosphäre
Rätselhafte Lebenswelt im "Keller der Erde"
Extremophile
Grenzgänger im Reich der Kleinsten
Vorstoß in die Tiefe
Warum Wissenschaftler Löcher in die Erde bohren
Tiefbohrungen im Ozean
Spurensuche auf dem Grund der Meere
Brennendes Eis
Gashydrate - Energielieferanten der Zukunft
Asphaltvulkane
Bizarrer Lebensraum auf Salz und Bitumen
Erdöl und Erdgas „Made in Germany“
Die Suche nach Energierohstoffen in Deutschland
News des Tages
Tiefste Lebensform der Erde entdeckt
Sonneneruptionen mit Vorankündigung?
Sound macht Sehsinn schneller
Lange Leuchtspuren im Gehirn
Neue Bakterienart im Mund entdeckt
Diamant wird zum Supraleiter
Bücher zum Thema
Was treibt das Leben an?
Eine Reise in den Mikrokosmus der Zelle von Stephan Berry
Abenteuer Evolution
Die Ursprünge des Lebens von Walter Kleesattel
Gipfel des Unwahrscheinlichen
Wunder der Evolution von Richard Dawkins
Unsichtbare Welten
Von der Schönheit des Mikrokosmos von France Bourely
Top-Clicks der Woche
1. Neue Belege für “Schneeball Erde”
2. Oktopus tarnt sich als Flunder
3. Erdrotation beeinflusst Unterwasserwellen
4. Galaxien-Explosion stoppte junges Universum
5. Dinosaurier: Der Tod kam doch aus dem All