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Dienstag, 07.02.2012
Tiefste Lebensform der Erde entdeckt
Zellwandbestandteile als Indizien für Mikroben in Erdöl aus 2.000 Metern Tiefe
Ein deutsch-australisches Forscherteam hat erstmals Indizien für mikrobielles Leben in mehr als 2.000 Metern Tiefe entdeckt. Sie wiesen Phospholipid-Fettsäuren in einem tiefen Erdöl-Reservoir nach, die auf den biologschen Abbau des Erdöls durch Mikroben hindeuten. Die Entdeckung wurde im Journal „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

Erdöl-Bohrmeissel
Erdöl-Bohrmeissel
© GFDL Erdöl-Bohrmeissel
„Die ‚tiefe Biosphäre’ ist ein sehr wichtiges Forschungsthema, da noch sehr wenig über die Identität und Funktion ihrer Mikroben bekannt ist, ihre Aktivität jedoch möglicherweise einen großen Einfluss hat auf verschiedene biogeochemische Kreisläufe und somit auch auf unser Klima“, berichtet Christian Hallmann vom Institut für Geologie und Mineralogie der Universität zu Köln, der zur Zeit in den Vereinigten Staaten am Massachusetts Institute of Technology (MIT) beschäftigt ist.

Zusammen mit seinem Kölner Kollegen Lorenz Schwark und Professor Kliti Grice von der Curtin University of Technology in Perth wies er die Präsenz von Phospholipiden in Erdöl aus 2.00 Metern Tiefe nach. Diese organischen Verbindungen sind unter anderem wichtige Zellwandbestandteile von Mikroorganismen und deuten daher auf die Präsenz von lebendige Bakterien in den Ölen hin. Sie könnten für den biologischen Abbau des Öles verantwortlich sein.

„Unsere Daten belegen die bisher tiefste mikrobielle Aktivität in Sedimenten bis zu 2.000 Metern Tiefe und eines Alters bis 145 Millionen Jahre“, so Hallmann. „Dieser erste Fund von PLFA in Ölen eröffnet neue Möglichkeiten für zukünftige Studien der tiefen Biosphäre“.
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