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Freitag, 26.05.2017
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Umweltbewusstes Verhalten: Deutsche nur Mittelmaß

Neue Studie der National Geographic Society stellt Greendex vor

In Deutschland trennt man seit vielen Jahren Müll und benutzt schon lange Energiesparlampen. Doch dies reicht nicht aus, um uns das Prädikat „sehr gut“ in punkto Umweltverhalten einzubringen. Eine neue Studie der National Geographic Society hat individuelle Konsumentenentscheidungen in 14 Ländern gemessen und verglichen. In dem so ermittelten „Greendex“ rangiert Deutschland nur im Mittelfeld.
Zivilisationsmüll

Zivilisationsmüll

Indien und Brasilien dagegen schneiden am Besten ab, die Vereinigten Staaten werden an letzter Stelle gelistet. Der Greendex gibt an, wie nachhaltig Menschen - bezogen auf die vier Bereiche Haushalt, Transport, Essen und Konsum allgemein - leben und entscheiden.

Für „Greendex 2008: Konsumentenentscheidungen und die Umwelt“ wurden 14.000 Konsumenten in Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Indien, Japan, Mexiko, Russland, Spanien und den USA via Internet befragt. Diese bisher einzigartige Studie untersucht konkret das Verhalten einzelner Verbraucher mit dem Ziel, es transparent zu machen und die Menschen zu mehr Umweltbewusstsein im Alltag zu motivieren.

Spitzenreiter im Bereich Haushalt


Danach haben 41 Prozent der Deutschen in den letzten Jahren ihr Haus isolieren lassen, 44 Prozent der Gebäude besitzen Thermofenster, 26 Prozent energiesparende Heizvorrichtungen. Außerdem verfügen 40 Prozent der Haushalte nur über drei oder weniger Räume. Alternativ-Strom ist einfach zu beziehen. Im Bereich Haushalt sind die Deutschen damit Spitzenreiter in Sachen Nachhaltigkeit.


Weniger gut sind die Ergebnisse der Umfrage im Bereich Transport. Auch wenn ein Drittel der Bundesbürger angeben, im letzten Jahr ihr Fahrrad mehr als im vorletzten benutzt zu haben, so fahren 50 Prozent täglich und allein mit dem Auto. Fast jeder besitzt einen Wagen. Nur 18 Prozent und damit weniger als der Durchschnitt der Befragten benutzen öffentliche Verkehrsmittel.

An 10. Stelle liegt Deutschland im Bereich Konsum allgemein. Ebenfalls seltener als der Durchschnitt der anderen Befragten vermeiden die Deutschen den Kauf umweltschädigender Produkte. Nur 13 Prozent versuchen dies stetig. Fast die ganze Bevölkerung besitzt eine Wasch- und eine Spülmaschine.

Recycling als Pluspunkt


Ein Pluspunkt in dem neuen Report: 53 Prozent recyclen, 51 Prozent verwenden ihre Einkaufstüten mehrmals. Im Segment Essen schnitten die Deutschen gemischt ab. Zwar bemüht man sich um den Verzehr regionaler Produkte. Allerdings stammen 72 Prozent der Wassermenge, die den deutschen Durst löscht, aus Plastikflaschen - so viel, wie bei keiner anderen Nation.

Verbesserungspotential gibt es auch bei der Grundeinstellung der Deutschen zum Thema „Umweltbewusstes Leben im Alltag“. Nach den Ergebnissen von Greendex bemühen sich die Bundesbürger weniger als die Bevölkerungen anderer Länder darum, sparsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Außerdem machen sie sich weniger Gedanken über die Folgen von Umweltschäden im allgemeinen und über die Veränderungen durch den Klimawandel im besonderen.

Ursache hierfür ist vermutlich, dass in Deutschland schon viele Jahre vor den meisten anderen Ländern das Thema Umweltschutz auf die Agenda gesetzt und institutionalisiert wurde.

Übermäßiger Verbrauch an Ressourcen


„Die Ergebnisse von Greendex 2008 zeigen, dass die westlichen Nationen auch auf Grund des individuellen Konsumverhaltens einen übermäßigen Verbrauch an Ressourcen haben. Um Verhalten zu ändern, muss zunächst das Bewusstsein für Belange der Umwelt geschärft werden. Dafür will die Studie sensibilisieren", erklärt Klaus Liedtke, Chefredakteur von National Geographic Deutschland.
(National Geographic Deutschland, 08.05.2008 - DLO)
 
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