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Sonntag, 26.03.2017
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HIV weiter auf dem Vormarsch

RKI stellt neuen HIV/AIDS-Halbjahresbericht

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist in Deutschland weiter gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen HIV/AIDS-Halbjahresbericht des Robert Koch-Instituts hervor. Danach wurden für das Jahr 2007 insgesamt 2.752 neue HIV-Infektionen gemeldet - vier Prozent mehr als noch in 2006.
HI-Virus an Zelle

HI-Virus an Zelle

„Eine der bislang wenig bekannten Ursachen für den Anstieg ist die hohe Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland“, sagt Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI).

Das Syphilis-Bakterium und andere sexuell übertragbare Erreger führen über die Förderung von entzündlichen Prozessen dazu, dass daran Erkrankte sich leichter mit HIV anstecken. Ist der an Syphilis Erkrankte bereits mit HIV infiziert, dann kann er zudem das HI-Virus leichter weitergeben, er ist also infektiöser.

Homosexuelle Männer besonders betroffen


Wichtigste Betroffenengruppe bei den Neuinfektionen sind mit 65 Prozent (%) nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Bei ihnen stieg die Zahl an Diagnosen laut RKI erneut überdurchschnittlich an, im Jahr 2007 um zwölf % gegenüber 2006. Auch bei Personen mit Angabe eines heterosexuellen Infektionsrisikos gab es 2007 mehr HIV-Neudiagnosen als in 2006 (7,5 %).


Bei Konsumenten intravenös verabreichter Drogen (IVD) und bei Migranten aus Ländern, in denen HIV/AIDS stark verbreitet ist, ging die Zahl der Meldungen dagegen zurück.

Syphilis-Prävention vorantreiben


Prävention, frühzeitige Diagnose und wirksame Therapie der Syphilis und anderer bakterieller sexuell übertragbarer Erreger müssen in Zukunft stärker ins Blickfeld gerückt werden, um die HIV-Neuinfektionen einzudämmen, betonte Hacker. Denn die Zahl der dem RKI übermittelten Syphilisfälle ist seit 2001 erheblich gestiegen, seit 2004 verbleiben die Meldezahlen nun auf hohem Niveau.

Die Zunahme der Syphilis wird begünstigt durch Risikominderungsstrategien, die auf der Kenntnis oder Abschätzung des gegenseitigen HIV-Status beruhen und die zum Verzicht auf Kondomverwendung bei gleichem HIV-Status führen. Dieses Verhalten scheint daher indirekt und unbeabsichtigt zur Zunahme der Zahl der HIV-Infektionen beigetragen zu haben.

Veränderungen beim Beginn der HIV-Therapie


Ein weiterer Aspekt, der für den Anstieg der HIV-Zahlen eine Rolle spielt, sind laut RKI die Veränderungen beim Beginn der HIV-Therapie: nach 2000 wurde die Behandlung meist nicht mehr direkt nach Bekanntwerden der Infektion begonnen, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Daher findet heute bei einem größeren Anteil der Patienten, bei denen eine HIV-Infektion diagnostiziert ist, (noch) keine Reduktion der Infektiosität durch eine antivirale Therapie statt. Gegenwärtig geht laut RKI der Trend aber dahin, dass eher wieder zu einem früheren Behandlungsbeginn geraten wird.
(idw - Robert Koch-Institut, 07.05.2008 - DLO)
 
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