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Freitag, 26.05.2017
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Wie viel kostet die Rettung der Umwelt?

OECD-Umweltbericht fordert dringendes Handeln bis 2030

Wir müssen heute handeln, um die Probleme von Umweltverschmutzung und Klimawandel in den Griff zu bekommen – dieses Fazit zieht der umfassende Umweltbericht, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD gestern in Oslo vorgelegt hat. Die Kernaussage der Experten: Wenn wir nicht bis 2030 ein Prozent unseres globalen Wirtschaftswachstums in Maßnahmen investieren, wird es teuer und ungemütlich auf der Welt.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

„Es gibt Lösungen für die Schlüsselprobleme der Umwelt, die machbar, bezahlbar und verfügbar sind“, erklärte der Generalsekretär der OECD, Angel Gurría, bei der Vorstellung des Berichts am Donnerstag in Oslo. „Vor allem, wenn wir sie mit dem erwarteten Wirtschaftswachstum und den Kosten und Konsequenzen von Tatenlosigkeit vergleichen.“ Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg, ergänzte: „Der Bericht kombiniert Hoffnung für die Zukunft mit einem dringenden Appell, heute zu handeln.“

Vier Bereiche mit dringendem Handlungsbedarf


Der OECD-Bericht kombiniert Prognosen für die wirtschaftliche und ökologische Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten und simuliert die Auswirkungen von unterschiedlichen Maßnahmen gegen die Hauptherausforderungen der Zukunft. Die OECD-Forscher identifizieren dabei vier Bereich mit hoher Priorität, in den dringendes Handeln nötig ist: Klimawandel, der Verlust der Artenvielfalt, der Wassermangel und die Auswirkungen von Verschmutzung und Chemikalien auf die menschliche Gesundheit.

Ökonomisch-ökologische Prognosen zeigen, dass die Treibhausgasemissionen weltweit bis 2030 um 37 Prozent, bis 2050 sogar um 52 Prozent ansteigen werden, wenn keinen Maßnahmen ergriffen werden. Um den steigenden Bedarf an Nahrung und Biotreibstoffen zu decken, wird sich die landwirtschaftliche Landnutzung um zehn Prozent ausdehnen müssen. Bis 2030 werden eine Million mehr Menschen in Gebieten mit starkem Wassermangel leben als heute und die Todesfälle durch Ozonsmog könnten sich bis dahin sogar vervierfachen.


Ein Prozent des Wirtschaftswachstums für Gegenmaßnahmen


„Die Länder müssen die Struktur ihrer Wirtschaft verschieben um sich in Richtung einer weniger Kohle-lastigen, grüneren und nachhaltigeren Zukunft zu bewegen“, so Gurría. „Die Kosten dieser Umstrukturierung sind bezahlbar, aber der Übergang muss vorsichtig erfolgen, um soziale und wettbewerbstechnische Folgen zu berücksichtigen.“

Nach den Prognosen der OECD wird sich das Bruttoinlandsprodukt global bis 2030 nahezu verdoppelt haben. Die Simulation zeigt, dass es nur rund ein Prozent dieses Wachstums bräuchte, um Maßnahmen einzuführen, die Luftschadstoffe um ein Drittel senken und die Zunahme der Treibhausgasemissionen auf nur zwölf Prozent anstelle von 37 beschränken. Die OEACD empfiehlt für das Erreiche dieser Zeiler einen Mix aus unterschiedlichen Maßnahmen, setzt aber vor allem auf wirtschaftliche Anreize und marktbasierte Instrumente. Beispiele dafür sind Ökosteuern, effektive Wasserpreispolitik oder Zahlungen für Wasserverschmutzung und Müll. Gleichzeitig fordern sie jedoch auch stringentere Richtlinien und Standards beispielsweise für Verkehr und Bauindustrie, mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung und konsequente Kennzeichnung von Produkten sowie Information der Verbraucher.

Wer trägt die Kosten?


Auch der OECD ist klar, dass die Kosten für die Maßnahmen nicht in gleichem Maße von allen Ländern getragen werden können. Eine gerechte Verteilung der Kosten sei daher nötig. Die Industrieländer sind bisher für den Großteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich, aber das rasante Wirtschaftswachstum anderer Länder, darunter Brasilien, Russland, Indien und China, bedeute, dass im Jahr 2030 allein diese vier Länder mehr Emissionen ausstoßen werden als alle OECD-Staaten zusammen.

„Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass das Richtige für Umwelt nicht nur darin besteht, was und wie zu tun ist“, erklärt Gurria. „Wir müssen uns auch der Frage stellen, wer dafür bezahlt. Die globalen Kosten von Maßnahmen werden sehr viel g4eringer ausfallen, wenn alle Länder an einem Strang ziehen.“
(OECD, 07.03.2008 - NPO)
 
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