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Montag, 27.03.2017
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Nebelmelker vertreiben Dürre

Deutsche Forscher mit ungewöhnlicher Methode in Peru erfolgreich

Zwei Wissenschaftler haben in Peru ungewöhnliche Maßnahmen zur Dürrebekämpfung erfolgreich umgesetzt. Die Aachener Forscher „melken“ den Nebel in den Küstenhügeln Perus und nutzen das auf diese Weise gewonnene Wasser für die Versorgung aufgeforsteter Regionen.
Der Boden in den Küstenhügeln Perus oberhalb von Lima ist knochentrocken, die Bevölkerung zu arm, um den Boden mit herkömmlichen Methoden zu bewirtschaften. Diese Situation sollen die Nebelfänger der Aachener Wissenschaftler ändern.

Bäume sollen Wasser aus dem Nebel kämmen


Nebel ist wasserdampfgesättigte Luft, die es in den Küstenhügeln Perus den ganzen Winter lang gibt. Um das Wasser aus dem Nebel nutzbar zu machen, haben Kai Tiedemann und Anne Lummerich mit Unterstützung von National Geographic Deutschland und der Bayer AG damit begonnen, die kahlen Hügel oberhalb von Lima aufzuforsten.

Langfristig sollen die Blätter der gepflanzten Bäume das Wasser aus dem Nebel kämmen. Da die Bäume derzeit jedoch noch nicht groß genug sind, haben die Wissenschaftler als Zwischenlösung in den Hügeln große Plastiknetze gespannt. Mit diesen konnten innerhalb von sieben Wochen rund 100.000 Liter Nebelwasser aufgefangen werden.


Jedes Netz liefert jeden Tag bis zu 600 Liter Wasser, insgesamt beträgt die tägliche Ernte rund 3.000 Liter - das reicht, um die Jungbäume und neu angelegte Terrassengärten zu wässern. In etwa fünf Jahren sollen die gepflanzten Bäume die
Plastiknetze als Wasserfänger ablösen.

Auf der Suche nach Frischwasser


Die Aachener Wissenschaftler hatten vor zwei Jahren Forschungsgelder aus dem Global Exploration Fund (GEF) „Freshwater“ erhalten, einer Initiative von National Geographic Deutschland und der Bayer AG. Der GEF stellte bisher 250.000 Euro für insgesamt neun Forschungsprojekte bereit, mit denen Frischwasser gefunden, geschützt oder aufbereitet werden kann. Experten der Vereinten Nationen zufolge haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Süßwasser.
(Gruner+Jahr, National Geographic, 29.11.2007 - DLO)
 
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