• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 27.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Treibhausphase löst Massenaussterben aus

Globale Erwärmung könnte 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auslöschen

Wenn das globale Klima die Temperaturen erreicht, wie sie für die kommenden Jahrhunderte vorhergesagt sind, könnte dies ein neues Massenaussterben auslösen. Britische Forscher berichten in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“, dass dann 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten ausgelöscht sein könnten – ein Ereignis vergleichbar dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit, dem auch die Dinosaurier zum Opfer fielen.
Sonnenlicht als Klimafaktor

Sonnenlicht als Klimafaktor

Wissenschaftler der Universitäten York und Leeds haben zum ersten Mal die Verbindung zwischen dem irdischen Klima und den Aussterbeereignissen der letzten 520 Millionen Jahre untersucht. Sie verglichen die aus den Fossilienfunden stammenden Erkenntnisse zur marinen und terrestrischen Artenvielfalt der verschiedenen Zeitabschnitte mit den Daten zum damaligen Klima. Dabei zeigte sich, dass immer dann, wenn global ein mildes warmes Klima herrschte, die Artenvielfalt relativ niedrig war. In solchen Treibhaus-Perioden starben auch besonderes viele Tier- und Pflanzenarten aus. Wenn dagegen die globalen Temperaturen niedriger lagen, stieg die Artenvielfalt an und die Aussterberate sank.

Korrelation zwischen Klima und Aussterberaten


Von den fünf großen Massenaussterben in der Erdgeschichte ergaben vier – darunter auch das, dem die Dinosaurier zum Opfer fielen – eine Korrelation mit Treibhausphasen des irdischen Klimas. Das größte Aussterben überhaupt, das sich am Ende des Perm-Zeitalters vor 250 Millionen Jahren ereignete, fand während einer der wärmsten Perioden des Erdklimas statt. 95 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten starben damals aus.

„Dieser Langzeit-Zusammenhang ist zuvor nicht erkannt worden, weil vorherige Studie meist auf kurze geologische Perioden, eingegrenzte geographische Gebiete oder nur ausgewählte Gruppen von Organismen beschränkt waren”, erklärt Tim Benton, Populationsökologe und Professor an der Universität von Leeds. „Aber die Belege sind eindrucksvoll.“


Vergleichbare Treibhausphase liegt vor uns


Doch die Forscher blickten nicht nur zurück, sie bezogen auch die Prognosen für die künftige Klimaentwicklung in ihre Untersuchung mit ein. Dabei zeigte sich, dass die vorhergesagten Temperaturen sich im Bereich der ausgeprägten Treibhausphasen bewegen, wie sie auch zur Zeit der Massenaussterben herrschten.

„Unsere Ergebnisse liefern den ersten klaren Beleg dafür, dass das globale Klima die deutlichen Schwankungen in den Fossilienfunden auf einfache und konsistente Weise erklärt“, so Peter Mayhew von der Universität York. „Wenn unsere Ergebnisse auch für die gegenwärtige Erwärmung zutreffen – deren Ausmaß durchaus mit den Langzeitfluktuationen des Erdklimas vergleichbar sind – dann deutet alles darauf hin, dass die Aussterberate steigen wird.“
(Universitäten York und Leeds, 24.10.2007 - NPO)
 
Printer IconShare Icon