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Samstag, 25.03.2017
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Klimaschutz: Aufbruchsignal beim G8-Gipfel?

Umweltschutzorganisationen fordern anspruchsvolle Vereinbarung

Die Teilnehmer des G8-Gipfels in Heiligendamm sollen in der nächsten Woche eine anspruchsvolle Verabredung für einen wirksamen globalen Klimaschutz treffen. Dazu gehören die Anerkennung des so genannten Zwei-Grad-Zieles sowie eine Vereinbarung zur Reduktion der CO2-Emissionen der G8-Staaten um 30 Prozent bis zum Jahr 2020 und um 80 Prozent bis 2050 für die Industriestaaten. Dies haben gestern Vertreter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), von Attac Deutschland und Germanwatch in Berlin gefordert.
Atmosphäre

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Notwendig sei zudem eine Absichtserklärung, in der sich die acht Staaten auf ein Aktionsprogramm verpflichten, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Für einen "klimapolitischen Verhandlungsbasar" sei es definitiv zu spät. Besser sei kein Klimaabschlussdokument als ein unzureichendes.

"Wir hoffen, dass sich die EU unter deutscher Führung im Hinblick auf das Schlussdokument noch durchsetzen kann", sagte Gerhard Timm, Geschäftsführer des BUND. Die US-Administration sei so früh wie noch keine vor ihr zur "lame duck" geworden. "Die Welt kann aber nicht auf Neuwahlen warten. Wir brauchen jetzt die richtige Politik", sagte Timm. Das Zeitfenster zur Abwendung der Klimakatastrophe sei eng bemessen. Der BUND-Geschäftsführer betonte, es gebe ermutigende Signale aus den Schwellenländern, mehr für den Klimaschutz zu tun.

"Die G8-Regierungschefs stehen angesichts des nächsten UN-Klimagipfels in Bali im Dezember vor der Frage, ob sich die einflussreichsten Staaten der Welt das Privileg von klimaschädlichen Emissionen sichern wollen oder ob sie zu ernsthaften Verhandlungen bereit sind", sagte Klaus Milke, Vorsitzender von Germanwatch.


Temperaturanstieg auf zwei Grad begrenzen


Als ernsthaft sei ein Abkommen zu bezeichnen, das den Klimawandel unter der Großgefährungsschwelle von zwei Grad Temperaturanstieg begrenze. Ein solches Klimaprotokoll für die Zeit nach 2012 müsse aber bis 2009 zu Ende verhandelt sein, damit keine Lücke nach dem Kyoto-Protokoll entsteht. "Wir drängen die deutsche Kanzlerin und G8-Präsidentin, keinem Text zuzustimmen, der die Chance auf ein ernsthaftes Abkommen untergräbt", so Klaus Milke.

Trotz der positiven deutschen Rolle im internationalen Kontext gefährde die Bundesregierung ihre Glaubwürdigkeit durch ihre Energie- und Klimapolitik im eigenen Land. Sven Giegold vom Attac-Koordinierungskreis warf der Bundeskanzlerin Scheinheiligkeit vor. Die von Merkel favorisierten "freien Weltmärkte" seien Teil des Klimaproblems und nicht der Lösung. Auch die deutsche Rolle als Klimavorreiter sei scheinheilig.

"Wer 28 neue Kohlekraftwerke im Land plant, ist ein Klimaheuchler und nicht -vorreiter", sagte Giegold. Zentraler Grund hierfür sei die Verflechtung zwischen der Verschmutzerindustrien und den Politik. Dies gelte insbesondere für die vier großen Energiekonzerne E.On, Vattenfall, EnBW und RWE.
(BUND, Attac, Germanwatch, 31.05.2007 - DLO)
 
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