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Sonntag, 23.07.2017
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Weltwassertag: Wasser wird zur Mangelware

Trinkwassernotstand im Jahr 2025?

Die Menschheit wächst, die Ressourcen werden dagegen immer knapper. Schon heute leben 745 Millionen Menschen in Ländern, in denen Wassermangel oder Wasserknappheit herrscht. Bis zum Jahr 2025 wird sich ihre Zahl voraussichtlich verfünffachen. Dann werden nach heutigen Schätzungen bereits 2,8 bis 3,3 Milliarden Menschen unter chronischem oder immer wiederkehrendem Süßwassermangel leiden – die meisten von ihnen in Afrika und Asien. Darauf hat die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des heutigen Weltwassertags hingewiesen. Dieser steht unter dem Motto „Coping with Water Scarcity“ - „Zeit zum Handeln – Wasserknappheit und Dürre“.
Trinkwasser

Trinkwasser

"Während die natürlichen Ressourcen der Erde schrumpfen, wächst die Weltbevölkerung jedes Jahr um 78 Millionen Menschen", schildert Jörg F. Maas, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) die Lage.

Bevölkerungswachstum erhöht Druck auf Ressourcen


Der Druck auf die begrenzte Ressource Wasser nimmt durch das schnelle Bevölkerungswachstum beständig zu. Das zeigt sich auch daran, dass der Zugang zu Trinkwasser in vielen Regionen ein Problem ist. "Afrika südlich der Sahara ist zwischen 1990 und 2004 von 477,3 Millionen auf 689,6 Millionen Menschen angewachsen. Gleichzeitig sank der Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben zwar von 52 auf 44 Prozent. Die absolute Anzahl der betroffenen Menschen ist aufgrund des schnellen Bevölkerungswachstums jedoch von 248,2 auf 303,4 Millionen angestiegen", erläutert Maas.

„Wasser ist keine endliche Ressource, doch sauberes Wasser wird weltweit immer knapper. Der Klimawandel wird den Wassermangel gerade in vielen armen Regionen der Erde verschärfen. Deshalb dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, Wasser so sparsam und nutzbringend wie möglich zu nutzen“, ergänzte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Gabriel und die Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Heide Simons, riefen dazu auf, den ärmsten Menschen der Welt endlich Zugang zu sauberem Wasser zu verschaffen.


BUND fordert flächendeckenden Gewässerschutz


Wasserverknappung ist aber laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nicht allein ein Problem südlicher Länder. Geringere Niederschlagsmengen und häufigere Dürren gefährdeten auch in Teilen Mitteleuropas die Verfügbarkeit von Wasser. In den Flusseinzugsgebieten von Donau und Elbe werde in absehbarer Zeit bis zu einem Drittel weniger Wasser vorhanden sein. In einigen Regionen Deutschlands wie in der Pfalz oder in Brandenburg werde sich die Neubildung des Grundwassers nahezu halbieren.

Sebastian Schönauer, Wasserexperte des BUND: „Die Klimaerwärmung wird die Wasserknappheit weiter verschärfen. Deshalb muss die internationale Gemeinschaft den Schutz der Gewässer stärker in Klimaschutzmaßnahmen und in ihre Strategien zur Anpassung an den Klimawandel einbeziehen. Die wichtigste Trinkwasserquelle und zugleich ein extrem empfindlicher Lebensraum ist das Grundwasser. Sein Schutz muss flächendeckend erfolgen. Wenn wie vorgesehen in der EU-Richtlinie zur Wasserpolitik künftig Zonen erlaubt werden, in denen Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden dürfen, gefährdet dies die Qualität eines unserer wichtigsten Lebensmittel.“

Bereits über die Hälfte der Gewässer sei durch andauernde Verschmutzungen in einem kritischen Zustand. Neben dem Nitrateintrag aus der Landwirtschaft gelangten rund 70 verschiedene Pestizide und 100 Arzneimittelwirkstoffe ins Grundwasser. Jährlich würden allein in Deutschland mehr als 5000 Tonnen Schwermetalle in die Gewässer geleitet. Die Risiken der aus zunehmender Wasserknappheit resultierenden Schadstoffanreicherung seien bisher ungeklärt.

Schönauer: „Wir fordern das EU-Parlament und den EU-Rat auf, in ihre Richtlinie zur Vorsorge gegen den Eintrag von gefährlichen Schadstoffen in die Gewässer auch Stoffe wie Blei, hormonell wirksame Substanzen, gefährliche Pestizide und Weichmacher aufzunehmen. Spätestens 2020 dürfen diese Gifte nicht mehr in die Gewässer gelangen. Dafür sind verbindliche Maßnahmen wie Stoffverbote, Vorschriften zum Stoffersatz und zur Abwasserbehandlung in Landwirtschaft, Industrie und Gesundheitswesen erforderlich.“
(DSW/BMU/BUND, 22.03.2007 - DLO)
 
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