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Freitag, 21.07.2017
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Vögel: Überlebensvorteil durch großes Gehirn

Hypothese des kognitiven Puffers durch größere Gehirne bestätigt

Vögel, deren Gehirne im Verhältnis zur Körpermasse größer sind, haben eine bessere Überlebenschance als Tiere mit kleineren Gehirnen. Dieser Zusammenhang ist zwar nicht sonderlich überraschend, wurde aber erst jetzt anhand von neuen Daten eindeutig nachgewiesen. Gleichzeitig gibt dies auch einen Hinweis darauf, warum Tiere, darunter auch der Mensch, im Laufe der Evolution überhaupt größere Gehirne entwickelten, trotz der höheren energetischen Kosten.
Besitzt ein relativ kleines Gehirn: der Fasan

Besitzt ein relativ kleines Gehirn: der Fasan

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Tamas Szekely von der Universität von Bath verglich in einer umfangreichen Studie Gehirnvolumen, Körpermasse und Mortalitätsraten von mehr als 200 verschiedenen Vogelarten aus gemäßigten, polaren und tropischen Regionen der Erde. Ihr Ziel: Die Hypothese des „kognitiven Puffers“ zu belegen. Diese Theorie geht davon aus, dass ein größeres Gehirn es den Tieren ermöglicht, flexiblere Verhaltensweise an den Tag zu legen und damit auch die Herausforderungen einer sich wandelnden Umwelt besser zu meistern. Sie würde auch erklären, warum es sich trotz des höheren Aufwands für die Bildung und Ernährung evolutionär gesehen „lohnt“, ein großes Gehirn zu entwickeln.

„Die Idee, dass größere Gehirne mit einer verringerten Sterblichkeit zusammen hängen könnte, ist bisher noch niemals getestet worden“, erklärt Szekely. „Vögel sind für so einen Test ideal geeignet, da sie zu den Tiergruppen gehören, für die die Beziehung zwischen Gehirngröße und Verhaltensreaktionen auf ökologische Herausforderungen am besten verstanden ist.“

Die jetzt in der Fachzeitschrift “Proceedings of the Royal Society B” veröffentlichten Ergebnisse bestätigten tatsächlich die Hypothese: Vögel mit im Verhältnis größeren Gehirnen überlebten besser als Arten mit kleineren. Ein Fasan beispielsweise fällt viele häufiger fahrenden Autos zu Opfer als Vogelarten mit größeren Gehirnen wie die Elstern, die sich an die neue Gefahr besser anpassen können.


Die Forscher bezogen andere Faktoren, die ebenfalls die Sterblichkeit beeinflussen wie Wanderverhalten, Wettbewerb um Partner oder das Verhalten der Jungen in ihre Tests mit ein. Dennoch kamen sie auf relativ eindeutig Korrelationen. „Wir haben gezeigt, dass Arten mit größeren Gehirnen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße eine niedrigere Mortalität aufweisen als Arten mit kleineren Gehirnen. Das unterstützt die Bedeutung der Hypothese eines kognitiven Puffers für die Entwicklung größerer Gehirne“, erklärt der Wissenschaftler. „Unsere Ergebnisse werden auch durch andere Forschungen unterstützt, die gezeigt haben, dass Vögel mit großen Gehirnen erfolgreicher sind bei der Besiedlung neuer Regionen und auch wechselnde Jahreszeiten besser überleben.“
(University of Bath, 10.01.2007 - NPO)
 
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