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Donnerstag, 30.03.2017
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Ältester „Cousin“ des T. rex entdeckt

Neue Knochenfunde aus China stammen von frühen Tyrannosauriden

In China neu aufgefundene Dinosaurierskelette haben sich als Relikte des ältesten jemals entdeckten Verwandten des Tyrannosaurus rex entpuppt. Dies haben Forscher bei der Analyse der Knochen festgestellt. Der nur gut drei Meter lange Tyrannosauride ist knapp 100 Millionen Jahre älter als sein „Cousin“ und steht damit an der Basis dieser Sauriergruppe.
Guanlong wucaii

Guanlong wucaii

Gregory M. Erickson, Paläobiologe an der Florida State Universität analysierte als Teil eines internationalen Teams zwei nahezu intakte, gut 160 Millionen Jahre alte Skelette, die im Junggar Becken von Xinjiang, einer in der westliche Wüste Gobi liegenden Region, ausgegraben wurden. Trotz der auf den ersten Blick auffallenden Unterschiede und nur wenig eindeutigen Gemeinsamkeiten wie den U-förmigen Zähnen, einer lang gestreckten Hüfte und einem verschmolzenen Nasenrücken, war für den international anerkannten Experten für die Evolution des Muskel- und Skelettsystems schnell klar, dass er hier zwei sehr alte „Cousins“ des berüchtigten Tyrannosaurus rex vor sich hatte. Seine Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Tyrannosauriden-Funde stammten bisher vor allem aus der späten Kreidezeit vor 65 bis 70 Millionen Jahren. Die neuen Funde aus China liefern den Wissenschaftlern jetzt erstmals einen Einblick in die frühe Entwicklung und geographische Verbreitung dieser Sauriergruppe. Gleichzeitig erlauben sie auch Rückschlüsse und Erkenntnisse über die Ahnen der Tyrannosauriden – die kleinen vierfüßigen Coelurosaurier, aus deren Linie später auch die Vögel entstammten.

„Der gekrönte fünffarbige Drache“


Das neue „Familienmitglied“ wurde „Guanlong wucaii" getauft - „der gekrönte fünffarbige Drache“. „Es ist nicht nur der älteste Dinosaurier, sondern auch der sexieste“, erklärt Erickson. Im Unterschied zum eher grobschlächtigen T.rex hatte sein vier Mal kleinerer und sehr wendiger Cousin etwas längere Arme, einen schmaleren Kopf und vor allem einen sehr auffallenden Kopfschmuck: Auf der Kopfoberseite saß ein fleischiger Kamm, der nach Ansicht der Forscher in erster Linie der Schönheit diente – dem Werben um Partner.


Welchem Geschlecht die beiden neu entdeckten Guanlongs angehörten, ist allerdings noch unklar. Ihr Alter aber konnte Erickson anhand der Wachstumsringe in ihren Knochen bestimmen: Das größere Tier hatte sieben eng beieinander liegende Ringe – ein Zeichen für schnelles Auswachsen in der „Pubertät“ – gefolgt von sechs weiter stehenden, die mit einem langsameren Wachstum bis zur vollen Größe und Reife korrespondieren. Das kleinere Skelett dagegen zeigte nur sechs eng stehende Ringe und war daher offensichtlich gestorben, bevor es das Erwachsenenalter erreicht hatte.

„Ich untersuche diese Tiere als lebende Organismen, nicht einfach als Vertreter eines Stammbaums“, erklärt Erickson. „Für mich geht es darum, wie sie lebten, nicht nur wie sie starben.“ Seiner Meinung nach könnten die Guanlongs nur die Spitze eines ganzen Eisbergs von weiteren Knochenfunden in diesem Gebiet sein: „China ist seit den 1990er Jahren ein Hot Spot für Dinosaurierfossilien.“
(Florida State University, 10.02.2006 - NPO)
 
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