• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 22.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Sonnenschutz aus Bakterien

Neues Verfahren zur Herstellung von Ectoinen entwickelt

Bakterien, die sich unter anderem in Salzlösungen oder bei extremem Temperaturen wohlfühlen, produzieren einen Schutzmantel mit dem sie in lebensfeindlichen Umwelten überleben können. Dieser Schutzmantel besteht aus unterschiedlichen Wirkstoffen, eines davon ist "Ectoin". Es schützt nicht nur die Bakterien, sondern auch die menschliche Haut vor Umwelteinflüssen. Wissenschaftler der Universität Dortmund haben jetzt eine neue Methode entwickelt, um die Qualität der Ectoine zu verbessern.
Ectoine wirken von innen nach außen. Als Creme aufgetragen, gelangen sie bis ins Innere der Hautzellen und schützen sie vor Sonnenbrand und Hautalterung. Die Wittener Firma "bitop" produziert Ectoine und andere so genannte kompatible Solute seit einiger Zeit mit Hilfe von Bakterien in industriellem Maßstab.

Ein spezielles chromatographisches Verfahren, das in Zusammenarbeit mit Professor Henner Schmidt-Traub von der Universität Dortmund produziert worden ist, erlaubt nun die Produktion von Ectoin in sehr hoher Reinheit.

Der Begriff "Chromatographie" steht für "Farbschreibung". Das bereits vor über 150 Jahren entdeckte Prinzip, wurde in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt. Bei chromatographischen Stofftrennungen werden winzige poröse Feststoffpartikel, so genannte Adsorbentien, mit sehr großen inneren Oberflächen, in eine Trennsäule aus Glas oder Stahl gepackt. Das Substanzgemisch, das getrennt werden soll, wird in einem Lösungsmittel gelöst und mit einer Pumpe durch das Festbett gefördert.


Die einzelnen Komponenten werden dabei unterschiedlich stark zurückgehalten, so dass sie unterschiedlich schnell durch die chromatographische Säule wandern und am Ende des Festbettes zeitlich gestaffelt, aufgefangen werden können.

Das neue chromatographische Verfahren vom Lehrstuhl von der Universität Dortmund ist besonders geeignet, um nicht nur Ectoine, sondern auch viele andere Chemikalien oder pharmazeutische Wirkstoffe in sehr hohen Reinheiten bis zu 99,9 Prozent herzustellen. Hierfür werden ja nach der zu trennenden Substanz, unterschiedliche Adsorbentien und Lösungsmittel eingesetzt.

Ectoine werden heute bereits in verschiedenen Hautschutzpräparaten gegen UV-Einstrahlung und Hautalterung eingesetzt.
(idw - Universität Dortmund, 18.04.2005 - DLO)
 
Printer IconShare Icon