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Sonntag, 22.10.2017
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Funkstille am Mars

NASA pausiert Kommunikation mit Rovern und Sonden während der Marskonjunktion

Sendepause: Ab dem 22. Juli wird die NASA die Kommunikation mit ihren Marssonden und Rovern vorübergehend pausieren. Der Grund dafür: Bis zum 1. August steht der Rote Planet von uns aus gesehen fast genau hinter der Sonne. Die Funksignale müssten dadurch die Sonnenkorona passieren und würden stark gestört. Aus Sicherheitsgründen werden daher in dieser Zeit gar keine Befehle zum Mars geschickt.
In den nächsten Tagen wandert der Mars von uns aus gesehen hinter der Sonne vorbei. Das hat Auswirkungen auf die Kommunikation mit den Marssonden und Rovern.

In den nächsten Tagen wandert der Mars von uns aus gesehen hinter der Sonne vorbei. Das hat Auswirkungen auf die Kommunikation mit den Marssonden und Rovern.

Der Mars ist längst nicht mehr allein: Gleich mehrere menschengemachte Raumsonden und Fahrzeuge sind Dauergäste auf dem Roten Planeten. Auf seiner Oberfläche sind zurzeit zwei fahrende Roboter unterwegs: Der schon seit gut elf Jahren aktive Rover Opportunity und das rollende Marslabor Curiosity. Im Marsorbit kreisen drei NASA-Raumsonden, dazu zwei von der ESA und eine indische Marssonde.

Passage hinter der Sonne


Sie alle müssen ab Samstag, 22. Juli 2017 vorübergehend ohne direkte Befehle von der Erde auskommen. Denn dann wird der Mars – wie alle 26 Monate - von uns aus gesehen hinter der Sonne vorbeiwandern. Gut eine Woche lang wird der Rote Planet wegen dieser Marskonjunktion daher teilweise von der Sonne und ihrer weit hinausreichenden Korona verdeckt sein.

Die Korona jedoch besteht aus heißem, geladenem Plasma mit starken Magnetfeldern. Funksignale, die diese Region durchqueren, werden daher stark gestört oder sogar völlig blockiert. Daher besteht das Risiko, dass Befehle, die von der Erde an die Marssonden und Rover gesendet, nur teilweise oder stark verändert ankommen – und dadurch möglicherweise Fehlfunktionen verursachen können.


Keine Befehle zum Mars


Aus diesem Grund hat die NASA entschieden, in den Tagen um die Marskonjunktion gar keine Befehle zu ihren Marssonden und -fahrzeugen zu schicken. Vom 22. Juli bis 1. August wird von der Erde aus Funkstille herrschen. Die beiden Rover und die Sonden müssen in dieser Zeit ohne direkte Steuerung oder korrigierende Befehle auskommen.

"Wir erwarten in dieser Zeit eine signifikante Degradierung der Kommunikationsverbindung und wollen nicht das Risiko eingehen, dass eines unserer Raumfahrzeuge einen fehlerhaften Befehl befolgt", erklärt Chad Edwards vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena. "Deshalb werden wir aus Vorsicht in dieser Zeit gar nicht mit unseren Marssonden sprechen."

So wirkt sich die Konjunktion auf die Kommunikation mit dem Mars aus


Sonden und Rover bleiben aktiv


Trotz der Funkstille werden die Marssonden und Rover jedoch weiter aktiv bleiben. Die Teams, die sie kontrollieren, haben dies entsprechend vorbereitet: "Die Vehikel werden Befehle ausführen, die sie schon im Voraus erhalten haben", sagt Hoppy Price, Chefingenieur des Marsprogramms am JPL. "Die Rover werden in dieser Zeit zwar nicht fahren, aber weiterhin Beobachtungen und Messungen durchführen." Welche "Rastplätze" sich dafür am besten eignen, haben die NASA-Teams im Voraus ermittelt.

Die Orbitersonden werden ebenfalls weiter "Dienst nach Vorschrift" leisten. "Wir werden weiterhin von Telemetriedaten von allen Sonden und Rovern empfangen, so dass wir Informationen über den Status der Vehikel haben", sagt Edwards. Die Marssonden werden auch ihre wissenschaftlichen Daten weiterhin übermitteln. Weil aber ein Teil davon gestört sein werden, werden sie nach der Konjunktion erneut zur Erde gesendet.

Für alle Marssonden und Rover ist dies nicht die erste Konjunktion. Opportunity hat bereits sieben solcher Funkstille-Phasen erlebt, die Mars Odyssey Orbitersonde sogar schon acht. Für den Rover Curiosity ist es die dritte Konjunktion, für die Atmosphärensonde MAVEN die zweite. "Alle diese Raumfahrzeuge sind daher schon Veteranen. Sie und wir wissen, was wir zu erwarten haben", erklärt Edwards.
(NASA/JPL, 19.07.2017 - NPO)
 
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