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Samstag, 21.10.2017
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Herzleiden: Weltweit noch immer Killer Nummer 1

Ein Drittel aller Todesfälle weltweit gehen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück

Paradox: Trotz aller Fortschritte in der medizinischen Versorgung sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch immer der Topkiller weltweit - und das nicht nur in Industriestaaten, sondern auch in armen Regionen, wie eine aktuelle Studie belegt. Mitschuld daran sei auch eine verfehlte Gesundheitspolitik, bemängeln die Forscher: Statt in rechtzeitige Vorsorge zu investieren, werden erst die Folgen behandelt – und das für entsprechend teures Geld.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben 2015 weltweit 18 Millionen Menschen das Leben gekostet, heißt es in einer aktuellen Studie.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben 2015 weltweit 18 Millionen Menschen das Leben gekostet, heißt es in einer aktuellen Studie.

Was ist die gefährlichste Krankheit des 21. Jahrhunderts? Wenn man nach der Schwere des Krankheitsverlaufs und den Nebenwirkungen der Behandlungsmethoden urteilt, könnte die Antwort Krebs lauten. Doch bezogen auf die absolute Zahl der Todesfälle sind ganz klar Herz-Kreislauf-Erkrankungen die gefährlichste Bedrohung für Gesundheit und Leben der Menschen.

Die weite Verbreitung der kardiovaskulären Erkrankungen ist vor allem auf die gängigen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht und Bluthochdruck zurückzuführen. Aber auch ein zu niedriger Blutdruck kann das Erkrankungsrisiko erhöhen, ebenso wie Schmerzmittel, Schlafmangel und Depressionen.

Gregory Roth von der University of Washington in Seattle und seine Kollegen haben nun eine neue Studie zu den Folgen der Krankheit veröffentlicht, in der sie die weltweiten Todesfälle der letzten 25 Jahre analysieren.


Topkiller trotz Medizinfortschritt


Das Ergebnis ist nach Ansicht von Roths Kollege Valentin Fuster ein Paradoxon: "Wir betonen ständig, wie fortschrittlich wir auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen sind. Doch paradoxerweise ist dieser Krankheitszustand noch immer weltweit Todesursache Nummer Eins."

Allein im Jahr 2015 starben nach Angaben der Forscher weltweit über 18 Millionen Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und das, obwohl die Todesrate in den 25 Jahren davor um gut ein Viertel zurückgegangen sei: Von 393 auf 286 Fälle pro 100.000 Menschen.

Abnahme rückläufig


Das trügerische: Der Rückgang der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlangsame sich deutlich, warnt Roth: "Der Trend der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit ist für einkommensstarke Regionen rückläufig. Zudem verzeichnen einkommensschwache und -mittlere Länder mehr Todesfälle in Verbindung mit kardiovaskulären Erkrankungen."

Die höchsten Todeszahlen durch Herzleiden und ähnliches fanden die Forscher in Zentralasien und Osteuropa, aber auch in vielen pazifischen Inselstaaten. Japan, Andorra, Peru, Frankreich, Israel und Spanien hatten dagegen diesbezüglich die geringste Sterblichkeit. "Die weite Verbreitung von kardiovaskulären Erkrankungen zieht sich aber durch die gesamte Welt, sowohl in reicheren Ländern als auch in ärmeren, in denen der Zugang zu wirksamen und preiswerten Behandlungen begrenzt ist", betont Roth.

Falsche Herangehensweise?


In der Herangehensweise bei der Bekämpfung dieses medizinischen Problems sieht Roth ein weiteres Paradoxon: "Arzneimittel bleiben sehr teuer. Dennoch unternehmen wir keine Anstrengungen, die Gesundheit schon in jüngeren Jahren zu fördern, was eine kosteneffizient Methode wäre, um dem Beginn dieser Krankheit vorzubeugen. Stattdessen investieren wir weiterhin nur in die Behandlung der fortgeschrittenen Symptome von kardiovaskulären Erkrankungen."

Mit einer frühzeitigen Therapie hätten vielleicht einige der über sieben Millionen Herzinfarkte abgewendet werden können, die der Studie zufolge im Jahr 2015 der Hauptgrund für gesundheitliche Beeinträchtigungen waren. Gleich danach ordnen die Autoren Hirnschläge ein. Solche Schicksalsschläge seien auch schon für jüngere Menschen ab 40 Jahren höchst bedrohlich, was die Bedeutung von wirksamen Gegenmaßnahmen zusätzlich unterstreiche, so die Forscher. (Journal of the American College of Cardiology, 2017)
(University of Washington, Seattle , 18.05.2017 - CLU)
 
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